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Werk:De docta ignorantia/222

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Audi, quam pulchre nos instruit ipsa Veritas de hoc loquens, cum ait: «Nisi granum frumenti in terram cadens mortuum fuerit, ipsum [1] solum manet; si vero mortuum fuerit, multum fructum affert.[2]» Christus igitur si semper mortalis remansisset, etiamsi numquam mortuus fuisset, quomodo naturae humanae immortalitatem praestitisset mortalis homo? Etsi ipse mortuus non fuisset, solus remansisset mortalis sine morte. Oportebat ergo ipsum a possibilitate [3] moriendi per mortem liberari, si multum fructum afferre debuit, [4] ut sic exaltatus ad se omnia traheret, quando eius potestas non tantum esset in mundo ac terra corruptibili, sed et in caelo incorruptibili. Hoc autem aliqualiter in nostra ignorantia attingere poterimus, si ea, quae saepe dicta sunt, menti habuerimus:

Höre, wie schön uns die Wahrheit darüber belehrt, wenn sie sagt: «Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, wird es allein bleiben; wenn es aber stirbt, wird es viele Frucht bringen.»

Nie hätte Christus, wäre er sterblich geblieben, als sterblicher Mensch der menschlichen Natur die Unsterblichkeit gewährt, auch wenn er niemals gestorben wäre. Wenn er aber selbst nicht gestorben wäre, wäre er allein ohne Tod sterblich geblieben. Wenn er viele Frucht tragen sollte, war es also notwendig, daß er von der Möglichkeit des Sterbens durch den Tod befreit wurde, damit er – so erhöht –, alles an sich ziehe, weil seine Macht nicht nur in der Welt und auf der vergänglichen Erde, sondern auch im unvergänglichen Himmel besteht. Das aber werden wir irgendwie in unserer Unwissenheit erreichen können, wenn wir uns das schon oft Gesagte vor Augen halten.== Einzelnachweise ==

  1. ↑ 139.25
  2. ↑ Ioann. 12,24-25.
  3. ↑ 139.30
  4. ↑ [p.140]