Werk:De docta ignorantia/223
[1] Ostendimus in antehabitis hominem Iesum maximum in se separatim a divinitate personam subsistendi habere non posse, quia maximus. Et ob hoc communicatio idiomatum admittitur, ut humana coincidant divinis, quoniam humanitas illa inseparabilis a divinitate propter supremam unionem, quasi per divinitatem induta et assumpta [2], seorsum personaliter subsistere nequit. Homo vero ex corpore et anima unitus est, quorum separatio mors est. Quia igitur ipsa maxima humanitas in divina suppositatur persona, non erat possibile aut animam aut corpus etiam post divisionem localem mortis tempore separari a persona divina, sine qua homo ille non subsistebat.
Wir haben im vorhergehenden gezeigt, daß der Mensch Jesus, der Größte, nicht eine von der Gottheit getrennt in sich bestehende Person haben konnte, eben weil er der Größte war. Da diese Menschheit um der höchsten Einung willen von der Gottheit untrennbar, gleichsam von ihr angezogen [p.469] und aufgenommen war, und außerhalb nicht auf personale Weise existieren konnte, nimmt man eine gegenseitige Verbindung und Mitteilung der Eigentümlichkeiten an, so daß das Menschliche mit dem Göttlichen koinzidiert. Der Mensch aber ist aus Körper und Seele geeint; deren Trennung ist der Tod. Weil das höchste Mensch-Sein in der göttlichen Person Bestand hat, war es nicht möglich, daß die Seele oder der Leib nach der räumlichen Trennung während der Zeit des Todes von der göttlichen Person, ohne die dieser Mensch nicht bestand, getrennt werde.== Einzelnachweise ==