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Werk:De docta ignorantia/228

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Et quamvis omnium hominum una sit humanitas, sunt tamen individuantia principia ipsam ad hoc vel illud suppositum contrahentia [1] varia et diversa; ita quod in Iesu Christo erant solum perfectissima et potentissima et essentiae humanitatis propinquissima, quae divinitati unita fuit. In cuius virtute potens erat Christus propria virtute resurgere; quae quidem virtus sibi a divinitate advenit, propter quod Deus ipsum a mortuis dicitur suscitasse. Qui cum Deus et homo [2] esset, propria virtute resurrexit, et nullus hominum praeter ipsum nisi in Christi virtute, qui et Deus est, poterit ut Christus resurgere. Est igitur Christus, per quem secundum humanitatis naturam immortalitatem nostra humana natura contraxit, et per quem etiam supra tempus in suam similitudinem resurgemus cessante motu, qui [3] penitus sub motu nati sumus; hoc erit in fine saeculorum. Christus autem, qui solum ut a matre prodiit, temporaliter natus fuit, non totum temporis fluxum in resurrectione exspectavit, quia eius nativitatem tempus penitus non apprehendit. Adverte naturam immortalitatem in Christo induisse; propter quod omnes quidem, sive boni [4] sive mali, resurgemus; sed non omnes immutabimur per gloriam transformantem nos in filios adoptionum per Christum, Dei filium. Resurgent igitur omnes per Christum, sed non omnes ut Christus et in ipso per unionem, nisi illi qui sunt Christi per fidem, spem et caritatem.

Obwohl die Menschheit aller Menschen eine einzige ist, so sind dennoch die vereinzelnden Prinzipien, die sie zu diesem oder jenem verschränken, mannigfaltige und verschiedene; nur in Jesus Christus waren sie am vollkommensten und mächtigsten und der dem Wesen der Gottheit vereinten Menschheit am nächsten. In deren Kraft war Christus fähig, aus eigener Machtvollkommenheit aufzuerstehen; weil diese ihm von der Gottheit zukam, sagt man, daß Gott ihn von den Toten erweckt habe. Als Gott und Mensch ist er aus eigener Machtvollkommenheit erstanden, und keiner außer ihm wird, es sei denn in der Kraft Christi, der auch Gott ist, wie Christus auferstehen können.

Es ist also Christus, durch den unsere menschliche Natur der Art der Menschheit entsprechend Unsterblichkeit annimmt und durch den wir jenseits der Zeit, wenn die Veränderlichkeit und Bewegung, in deren Machtbereich wir geboren sind, aufhört, zu seiner Ebenbildlichkeit auferstehen werden. Das wird am Ende der Zeiten sein. Christus wurde zwar, da er von der Mutter ausging, zeitlich geboren, in seiner Auferstehung jedoch erwartete er nicht den ganzen Ablauf der Zeit, da die Zeit seine Geburt nicht völlig in sich faßte.

In Christus hat die Natur Unsterblichkeit angenommen. Deswegen werden wir zwar alle, ob gute oder böse, auferstehen, doch nicht alle werden wir von Christus, dem Sohne Gottes, durch die Herrlichkeit, die uns zu Adoptiv-Söhnen macht, umgewandelt. Alle werden durch Christus auferstehen, aber nicht alle wie Christus; und sie werden ihm vereint sein, aber nur jene, die durch Glaube, Hoffnung und Liebe sein Eigen sind.== Einzelnachweise ==

  1. ↑ 143.10
  2. ↑ 143.15
  3. ↑ 143.20
  4. ↑ 143.25