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Werk:De docta ignorantia/229

aus AufEinWort, der freien Forschung

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[1] Vides, ni fallor, nullam perfectam religionem homines ad ultimum desideratissimum pacis finem ducentem esse, quae Christum non [2] amplectitur mediatorem et salvatorem, Deum et hominem, viam, vitam et veritatem. Age quam absona est Sarracenorum credulitas, qui Christum maximum atque perfectissimum hominem de virgine natum et ad caelos vivum translatum affirmant, Deum negant. [3] Obcaecati sunt profecto, quia asserunt impossibile. Verum luce clarius intellectum habenti apparere potest etiam ex taliter praemissis, nec hominem posse esse per omnia perfectissimum atque maximum, supra naturam ex virgine natum, qui simul Deus non sit. Sunt illi sine ratione crucis Christi persecutores, eius mysteria ignorantes, [4] cuius etiam divinum redemptionis fructum non gustabunt nec exspectant ex lege sua Machometi, quae non aliud quam voluptatis desideria implere promittit; quae nos in Christi morte exstincta in nobis sperantes ad apprehensionem incorruptibilis gloriae anhelamus.

Man sieht, wenn ich mich nicht täusche, daß es keine vollkommene Religion, die die Menschen zu dem letzten so sehr ersehnten Ziel des Friedens [5] führt, geben kann, die Christus nicht als Mittler und Erlöser, Gott und Mensch, Weg, Leben und Wahrheit liebend umfaßt.

Wie unsinnig ist der Irrglauben der Sarazenen! Sie bekennen, daß Christus als der größte und vollkommenste Mensch von der Jungfrau geboren und lebendig in den Himmel aufgenommen wurde und leugnen, daß er Gott ist. Sie sind vollkommen verblendet, da sie sagen, das sei unmöglich. Daraus kann jeder vernünftige Mensch sonnenklar erkennen, daß ein über alles vollkommener und größter, auf übernatürliche Weise aus der Jungfrau geborener Mensch zugleich auch Gott sein muß. Ohne Vernunft verfolgen sie das Kreuz Christi und kennen seine Geheimnisse nicht. Darum werden sie auch nicht die göttliche Frucht seiner Erlösung verkosten, noch erwarten sie nach dem Gesetz ihres Mohammed, das nichts anderes als die Sehnsucht sinnlicher Begierde, die in uns Christi Tod ausgelöscht hat, zu erfüllen verspricht, die unvergängliche Herrlichkeit, die zu erlangen wir hoffend ersehnen.== Einzelnachweise ==

  1. ↑ 143.30
  2. ↑ [p.144]
  3. ↑ 144.5
  4. ↑ 144.10
  5. ↑ [p.477]