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Werk:De docta ignorantia/244

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Capitulum XI.

Mysteria fidei.

Maiores nostri omnes concordanter asserunt fidem initium esse intellectus. In omni enim facultate quaedam praesupponuntur ut principia prima, quae sola fide apprehenduntur, ex quibus intelligentia [2] tractandorum elicitur. Omnem enim ascendere volentem ad doctrinam credere necesse est hiis, sine quibus ascendere nequit. Ait enim Isaias: «Nisi credideritis, non intelligetis.[3]» Fides igitur est in se complicans omne intelligibile. Intellectus autem est fidei explicatio. Dirigitur [4] igitur intellectus per fidem, et fides per intellectum extenditur. Ubi igitur non est sana fides, nullus est verus intellectus. Error principiorum et fundamenti debilitas qualem conclusionem subinferant, manifestum est. Nulla autem perfectior fides quam ipsamet veritas, quae Iesus est.

152.10[5] Quis non intelligit excellentissimum Dei donum esse rectam fidem? Apostolus Iohannes ait fidem incarnationis Verbi Dei nos in veritatem ducere, ut Dei filii efficiamur; et hanc in primordio simpliciter aperit, deinde multa Christi opera enarrat secundum ipsam fidem, ut intellectus illuminetur in fide. Quapropter hanc finaliter conclusionem [6] subinfert dicens: «Haec quidem scripta sunt, ut credatis, quoniam Iesus est Dei Filius.[7]»

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Kapitel XI.

Die Geheimnisse des Glaubens

Alle unsere Vorfahren bezeugten einstimmig, daß der Glaube der Anfang des Erkennens sei. In jedem Gebiet des Könnens werden gewisse Dinge, die allein durch den Glauben begriffen werden, als erste Prinzipien vorausgesetzt; aus ihnen gewinnt man die Einsicht in das, was behandelt werden soll.

Jeder, der zum Wissen aufsteigen will, muß notwendig an das glauben, was ihm diesen Aufstieg ermöglicht. Isaias sagt: «Wenn ihr nicht glaubt, werdet ihr nicht erkennen.» Der Glaube also schließt in sich alles einsichtig Erkennbare ein. Das vernünftige Denken aber ist die Entfaltung des Glaubens. Es wird vom Glauben geleitet und der Glaube von ihm ausgebreitet. Wo also kein gesunder Glaube ist, ist keine wahre Erkenntnis. Zu welchen Schlußfolgerungen der Irrtum in den Prinzipien und die Schwäche im Fundament führen, ist offenbar. Kein Glaube aber ist vollkommener als die Wahrheit selbst, Jesus Christus.

Wer würde nicht einsehen, daß ein richtiger Glaube das herrlichste Geschenk Gottes ist? Der Apostel Johannes sagt, daß der Glaube an das fleischgewordene Wort Gottes uns in die Wahrheit einführe, so daß wir Söhne Gottes werden; dies erschließt er im Prolog schlicht und einfach; dann zählt er, dem Glauben gemäß, viele Werke Christi auf, damit der Intellekt im Glauben erleuchtet werde. Daher schließt er am Ende und sagt: «Dies ist geschrieben worden, damit ihr glaubet, daß Jesus der Sohn Gottes ist.»== Einzelnachweise ==

  1. ↑ 151.25
  2. ↑ [p.152]
  3. ↑ Isaias 7,9 (sec. versionem ant.).
  4. ↑ 152.5
  5. ↑ [p.152]
  6. ↑ 152.15
  7. ↑ cf. Ioann. 20,31.
  8. ↑ [p.493]