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Werk:De docta ignorantia/247

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Deinde ardentiori desiderio fideles continuo ascendentes ad intellectualitatem simplicem rapiuntur, omnia sensibilia transilientes, quasi de somno ad vigiliam, de auditu ad visum pergentes; ubi ea videntur, quae revelari non possunt, quoniam supra omnem auditum sunt et [1] vocis doctrinam. Nam si dici deberent ibi revelata, tunc non dicibilia dicerentur, non audibilia audirentur, sicut invisibile ibi videtur. Iesus enim in saecula benedictus, finis omnis intellectionis, quia veritas, et omnis sensus, quia vita, omnis denique esse finis, quia entitas, ac omnis creaturae perfectio, quia Deus et homo, ibi ut terminus omnis [2] vocis incomprehensibiliter auditur. De ipso enim omnis vox prodiit [3] et ad ipsum terminatur; quidquid veri in voce est, ab ipso est. Omnis vox ad doctrinam est; ad ipsum est igitur, qui ipsa sapientia est. «Omnia quaecumque scripta sunt, ad nostram doctrinam scripta sunt.[4]» Voces in scripturis figurantur. «Verbo Domini caeli firmati sunt[5]»; [6] omnia igitur creata signa sunt Verbi Dei. Omnis vox corporalis verbi mentalis signum. Omnis mentalis verbi corruptibilis causa est Verbum incorruptibile, quod est ratio. Christus est ipsa incarnata ratio omnium rationum, quia Verbum caro factum est. Iesus igitur finis est omnium.

[7] Dann werden die Gläubigen, die in brennendem Verlangen unaufhörlich emporstreben, zur vollkommen einfachen Geistigkeit entrückt, indem sie alles Sinnliche überschreitend, vom Schlaf zum Wachen, vom Hören zum Sehen gelangen; dort schauen sie, was nicht geoffenbart werden kann, da es jenseits allen Vernehmens und aller Belehrung der Sprache steht. Denn wenn das dort Geoffenbarte gesagt werden sollte, würde das Unsagbare gesagt, das Unhörbare gehört, wie dort das Unsichtbare gesehen wird. Jesus, der in Ewigkeit gepriesen sei, und der als die Wahrheit das Ziel jeder Einsicht, als das Leben, das Ziel allen Sinnes, als die Seiendheit das Ziel jeden Seins, als Gott und Mensch die Vollkommenheit jeder Kreatur ist, wird dort als die Ziel-Grenze jeden Wortes auf unbegreifliche Weise vernommen. Jede Sprache nimmt von ihm ihren Ausgang und findet in ihm ihr Ziel. Was an Wahrheit in ihr ist, stammt von ihm. Jedes Wort ist auf Wissen hingeordnet: also auf den, der die Weisheit selbst ist. «Alles was geschrieben ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben.» Die Worte werden mit Hilfe der Schrift dargestellt.

«Im Wort des Herrn sind die Himmel begründet.» Alles Geschaffene ist also Zeichen von Gottes Wort. Jeder körperliche Laut ist Zeichen des geistigen Wortes. Der Grund jeden geistigen Wortes, das vergänglich ist, ist das unvergängliche Wort, der Bestimmungsgrund und Wesenssinn. Als fleischgewordenes Wort ist Christus der inkarnierte Wesenssinn aller Bestimmungsgründe. Er ist das Ziel von allem.== Einzelnachweise ==

  1. ↑ 153.25
  2. ↑ 153.30
  3. ↑ [p.154]
  4. ↑ Rom. 15,4.
  5. ↑ Psal. 32,6.
  6. ↑ 154.5
  7. ↑ [p.497]