Werk:De docta ignorantia/74
Capitulum XXIV.
De nomine Dei et theologia affirmativa.
Postquam nunc auxiliante Deo exemplo mathematico studuimus in nostra ignorantia circa primum maximum peritiores fieri, adhuc pro [2] completiori doctrina de nomine maximi investigemus. Et ista quidem inquisitio, si recte saepe dicta menti habuerimus, facilis adinventionis erit.
Nam manifestum est, cum maximum sit ipsum maximum simpliciter, cui nihil opponitur, nullum nomen ei proprie posse convenire. [3] Omnia enim nomina ex quadam singularitate rationis, per quam discretio fit unius ab alio, imposita sunt. Ubi vero omnia sunt unum, nullum nomen proprium esse potest.
Kapitel XXIV.
Der Name Gottes und die affirmative Theologie
Nachdem wir uns mit Gottes Hilfe am Beispiel der Mathematik bemühten, in unserer Unwissenheit über das erste Größte erfahrener zu werden, forschen wir jetzt zur Vervollständigung unserer Kenntnis nach dem Namen des Größten. Wenn wir das oftmals Gesagte richtig im Sinn haben, wird diese Untersuchung leicht durchzuführen sein.
Da das Größte das schlechthin Größte selbst ist, dem nichts entgegengesetzt wird, ist offenkundig, daß ihm kein Name eigentlich passen und zukommen kann. Denn alle Namen sind aus einer Einzigkeit des Wesenssinnes, durch den die Sonderung des Einem vom Andern zustande kommt, gesetzt. Wo aber alles Eines ist, kann kein Name wirklich passen.