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Werk:De ven. sap./101

aus AufEinWort, der freien Forschung

101▷Postquam decem campos taliter peragravi, restat nunc quid ceperim colligere. Magnam utique venationem feci, ut magnam [1] praedam reportarem. Non enim de aliquo magno, quod maius esse potuit, contentus magnitudinis causam, cum maior esse nequeat, perquisivi. Illa enim si maior esse posset, suo causato maior fieret. Ita posterius prius foret priore. Necessario est igitur causam magnitudinis id esse quod esse potest. Nominemus autem pro nunc [2] causam magnitudinis magnitudinem. Praecedit igitur magnitudo posse fieri, cum non possit aliud fieri, quando est omne id quod esse potest. Est igitur magnitudo aeternitas, quae non habet principium nec finem, cum non sit facta, eo quod ante omne factum sit posse fieri, quod magnitudo praecedit. Et quia de deo et omni [3] creatura verificatur, ut supra in campo de laudibus reperitur, applicemus igitur ipsam ad sensibilia et intelligibilia, deinde etiam ad laudabilia, ut videamus, si poterimus ipsam ut sensui aut intellectui captam ostendere.

◀△▷

Übs. Sg.

Nachdem ich die zehn Felder in solcher Weise durchwandert habe, bleibt mir jetzt die Aufgabe, meine Beute aufzusammeln. Jedenfalls habe ich eine große Jagd veranstaltet, um eine große Beute zu gewinnen. Ich war ja nicht mit irgendeiner Größe zufrieden, die noch größer sein könnte, und habe nach der Ursa- che der Größe gefragt, da diese nicht mehr größer sein kann. Könnte sie größer sein, so würde sie durch das von ihr Gewirkte größer werden. Dann wäre das Spätere früher als das Frühere. Daraus folgt mit Notwendigkeit, daß die Ursache der Größe das ist, was sie sein kann. Bezeichnen wir für jetzt die Ursache der Größe als Größe. Dann geht die Größe dem Werden-Können vorauf, da sie nicht ein anderes werden kann; ist sie doch alles das, was sie sein kann. Demnach ist die Größe Ewigkeit, die weder Anfang noch Ende hat. Sie ist nicht geworden, weil vor allem Gewordenen das Werden-Können steht, welchem wiederum die Größe voraufgeht. Und da die Größe wahrheitsgemäß von Gott und von jedem Geschöpf ausgesagt wird, wie man oben im Feld des Lobes feststellen kann,[4] so wollen wir sie auf Gegenstände der Wahrnehmung und des Denkens anwenden, des weiteren auch auf die lobwürdigen Dinge. Auf diese Weise wollen wir sehen, ob wir sie als sinnlich oder geistig erfaßt auf- zeigen können.

Übs. Dp.

Da ich die zehn Felder so durchstreift habe, steht mir nun bevor, zu sammeln, was ich gefangen habe.

Ich habe eine große Jagd unternommen, um große Beute heimzubringen. Nicht mit einem Großen, das noch größer sein könnte, zufrieden, habe ich den Grund der Größe, der nicht größer sein kann, durchforscht. Wenn jene größer sein könnte, könnte sie durch das von ihr Begründete größer werden. So käme das Spätere vor dem Früheren.

Der Grund der Größe ist daher notwendig das, was er sein kann. Nennen wir für den Augenblick den Grund der Größe die Größe. Die Größe geht dem Werden-Können voraus, da sie, weil sie alles ist, was sein kann, nichts anderes werden kann. Die Größe ist daher die Ewigkeit, die keinen Anfang und kein Ende hat, denn sie ist nicht geworden, weil vor allem Gewordenen das Werden-Können steht, dem die Größe vorangeht. Weil dieser Gehalt von Gott und allen Geschöpfen seine Wahrheit erhält, wie man es oben im Feld des Lobes findet, wollen wir nun das, was von der Größe gilt, auf das Sinnliche und Geistige, dann auch auf das Lobenswerte anwenden, damit wir sehen, ob es möglich ist, sie mit dem Sinn oder dem Geist zu erfassen und darzustellen.


  1. ↑ Z.5
  2. ↑ Z.10
  3. ↑ Z.15
  4. ↑