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Werk:De ven. sap./13

aus AufEinWort, der freien Forschung

13▶Vides bene ista sic esse, quando advertis intelligibilia nihil eorum aut esse aut habere, quae in sensibilibus reperiuntur. Non enim habent aut colorem aut figuram, quae sensibili visu attinguntur, aut duritiem seu lenitatem sive aliquod tale, quod tactu sentitur; ita [1] nec quantitatem nec sexum nec aliquid, quod sensus apprehendit. Illa enim omnia intelligibilia sequuntur sicut temporalia perpetua. Sic nihil intelligibilium est in aeternitate, quae omne intelligibile antecedit sicut aeternum perpetuum. Omnia autem praecisa et permanentia pulchriora sunt imperfectis et fluidis. Sic intelligibilia [2] pulchriora sensibilibus, quae in tantum sunt pulchra, in quantum intelligibiles species seu pulchritudines in ipsis relucent.

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Übs. Sg.

Daß dem so ist, das wird deutlich, wenn man darauf achtet, daß die Gegenstände des Denkens nichts von dem sind oder an sich haben, was man an Sinnendingen findet. Sie haben keine Farbe oder Gestalt, wie sie die Gesichtswahrnehmung erfaßt, noch haben sie Rauheit oder Glätte oder etwas von dem, was der Tastsinn wahrnimmt, ebensowenig Quantität, Geschlecht oder wahrnehmbare Qualitäten. Alle diese Eigenschaften folgen den Gegenständen des Denkens nach wie Zeitliches dem Immerwährenden. In gleicher Weise ist keiner der Denkgegenstände in der Ewigkeit, die allem Gedanklichen vorausliegt wie das Ewige dem Immerwährenden. Alles Genaue und Bleibende aber ist schöner als das Unvollkommene und Wechselnde. So sind die Denkgegenstände schöner als die Sinnendinge, die nur insoweit schön sind, als gedankliche Artbilder oder Schönheiten in ihnen widerstrahlen.

Übs. Dp.

Daß es sich so verhält, wirst du sehr wohl erkennen, wenn du bemerkst, daß das Geistige nichts von dem ist oder hat, was im Sinnlichen gefunden wird. Denn es hat weder Farbe noch Gestalt, die das sinnliche Sehen erreicht, noch Härte oder Weichheit oder etwas, das vom Tastsinn wahrgenommen wird, ebenso weder Quantität noch Geschlecht noch etwas anderes, das der Sinn erfaßt. Das alles folgt dem Geistigen wie das Zeitliche dem Dauernden.

Aber ebenso ist nichts Geistiges in der Ewigkeit, die allem Geistigen so vorangeht, wie das Ewige dem Dauernden. Denn alles Genaue und Unwandelbare ist schöner als das Unvollkommene und Wandelbare, und so ist das Geistige schöner als das Sinnliche, das nur insofern schön ist, als in ihm die geistigen Gestalten und Schönheiten widerstrahlen.

  1. ↑ Z.5
  2. ↑ Z.10