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Werk:De ven. sap./108

aus AufEinWort, der freien Forschung

108▷Repetam unum saepissime dictum, quoniam est totius venationis nostrae ratio. Et est, quod factum cum sequatur posse fieri, [1] numquam est ita factum, quod posse fieri sit in eo penitus terminatum. Nam etsi posse fieri, secundum quod est actu, sit terminatum, tamen non simpliciter. Ut in Platone posse fieri hominem est terminatum, non tamen posse fieri hominem est penitus in Platone terminatum, sed tantum ille terminandi modus, qui dicitur Platonicus; et restant [2] alii etiam perfectiores innumerabiles modi, neque etiam in Platone posse fieri hominis est terminatum. Multa enim homo fieri potest, scilicet musicus, geometricus, mechanicus, quae Plato non fuit.

Unde posse fieri non determinatur simpliciter nisi in possest, suo principio pariter et fine, Dionysio attestante: Sic enim numerus [3] terminatur in monade, suo principio pariter et fine. Principium enim omnis numeri est monas, ita et finis eius est monas. – Actu tamen terminatur posse fieri in mundo, quo actu perfectius maiusque non est. Sic dicit regula: ‘In recipientibus maius non devenitur ad maximum simpliciter, sed bene actu maximum.’ Sicut in quantitate, [4] quae maius recipit, non devenitur ad maximam quantitatem, qua maior esse non posset, quia hoc maximum, quod maius esse non potest, quantitatem praecedit. Bene tamen devenitur ad quantitatem actu maximam, ut est quantitas universi.

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Übs. Sg.

Ich will ein häufig gebrauchtes Wort wiederholen, weil es die Rechtfertigung unseres ganzen Jagdzuges ist. Es lautet: Da das Gewordene dem Werden-Können nachfolgt, ist es niemals so geworden, daß das Werden-Können in ihm völlig zum Abschluß gebracht wäre. Denn wenn auch das Werden-Können, insofern es wirkliches Sein ist, zum Abschluß gebracht ist, so gilt das doch nicht schlechthin. In Platon ist z. B. das Werden-Können des Menschen zum Abschluß gebracht. Indes ist das Werden-Können des Menschen in Platon nicht völlig zum Abschluß gebracht, sondern nur jene Art des Abschlusses, die man die platonische nennt. Es bleiben unzählige andere, sogar vollkommenere Arten übrig, und auch in Platon ist das Werden- Können des Menschen nicht zum Abschluß gebracht. Vieles kann nämlich der Mensch werden, etwa ein Musiker, ein Geometer, ein Techniker, was Platon nicht war.

Darum wird das Werden-Können grundsätzlich nur im Können-Sein, seinem Ursprung und gleicherweise seinem Ziel, zum Abschluß gebracht. Das bezeugt Dionysius:[5] So kommt nämlich die Zahl zum Abschluß in der Eins, ihrem Ursprung und gleicherweise ihrem Ziel. Der Ursprung jeder Zahl ist die Eins; ebenso ist auch ihr Ziel die Eins. Zum tatsächlichen Abschluß kommt das Werden-Können jedoch im Weltall, es ist das tatsächlich Vollkommenste und Größte. Die Regel[6] sagt folgendes: ›In den Gegenständen, die ein Größeres zulassen, kommt man nicht zu einem schlechterdings Größten, doch wohl zu einem tatsächlich Größten.‹ So kommt man bei der Quantität, die ein mehr zuläßt, nicht zu einer größten Quantität, neben der es eine noch größere nicht geben könnte. Dieses Größte, das nicht größer sein kann, geht ja der Quantität voran. Wohl kommt man indes zu einem tatsächlich Größten, wie es die Quantität des Weltalls ist.

Übs. Dp.

Ich wiederhole nun etwas, das ich schon oft gesagt habe, und das den Wesenssinn unserer ganzen Jagd beinhaltet: Das Gewordene ist deshalb, weil es dem Werden-Können nachfolgt, niemals so geworden, daß das Werden-Können in ihm völlig beschlossen ist.

Denn wenn auch das Werden-Können, soweit es als Wirklichkeit ist, begrenzt und beschlossen ist, so dennoch nicht schlechthin; wenn in Plato das Werden-Können des Menschen begrenzt ist, so ist diese Begrenzung doch nicht vollständig, sondern gilt nur insoweit, als es das Platonische ist, wobei noch zahllose andere, vollkommenere Weisen übrigbleiben; auch in Plato ist also das Werden-Können des Menschen nicht beschlossen. Der Mensch kann vieles werden, was Plato nicht war, z. B. Musiker, Geometer, Techniker. Daher wird das Werden-Können vollständig nur im Können-Ist bestimmt, das nach Dionysius zugleich sein Ursprungsgrund und Ende ist.

So ist auch die Zahl in der Eins beschlossen, die gleicherweise ihr Ursprung und Ziel ist. Denn der Ursprung jeder Zahl ist die Eins; und ebenso ihr Ziel. Als Wirklichkeit wird das Werden-Können in der Welt beschlossen, die als Wirklichkeit das Vollkommenste und Größte ist. So sagt die Regel: in dem, was ein Größeres zuläßt, gelangt man nicht zum schlechthin Größten, sondern nur zum tatsächlich Größten.

So kommt man bei der Quantität, die größer wird, nicht zur größten Quantität, die nicht größer sein kann, denn das Größte, das nicht größer sein kann, geht der Quantität voraus. Gleichwohl kommt man zu der tatsächlich größten Quantität, wie es die Quantität des Gesamt ist.

  1. ↑ Z.5
  2. ↑ Z.10
  3. ↑ Z.15
  4. ↑ Z.20
  5. ↑
  6. ↑