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Werk:De ven. sap./66

aus AufEinWort, der freien Forschung

66▷Sed una est omnium singularium causa, quae omnia singularizat, quae neque est totum neque pars neque species neque individuum neque hoc neque illud neque omne nominabile, sed est singulorum singularissima causa. Singulare cum sit ab aeterna causa [1] singularizatum, numquam in non-singulare resolvi potest. A quo enim resolveretur ab aeterna causa singularizatum? Hinc singulare bonum numquam desinit, cum omne singulare sit bonum. Sic singulare ens numquam cessat id esse, cum omne actu singulare ens sit. Et singulare corpus, quantumcumque [2] dividatur, semper manet singulare corpus. Ita et linea et superficies et totum singulare non est divisibile nisi in singulares partes, quae erant in singularitate totius comprehensae. Omnis igitur varietas non est circa singulare, sed circa accidens ad singulare, quod facit tale et tale singulare. Quod si varietas non est in tali, scilicet aut qualitate [3] aut quantitate, manet semper singulare eodem modo, ut in caelestibus corporibus constat. Sic dicebat Dionysius secundum naturam et substantiam nihil corruptibile, sed quae illis accidunt. Incorruptibilis igitur singularitas est, quae omnia format et conservat. Et omnia suae singularitatis causam ut omnium singularissimum bonum [4] sufficiens et perfectum naturalissimo desiderio appetunt.

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Übs. Sg.

Aber eins ist die Ursache aller einzelnen Dinge, welche sie alle zu einzelnen macht; sie ist nicht Ganzes, nicht Teil, nicht Art, nicht Einzelgegenstand, nicht Dieses, nicht Jenes, nicht irgendetwas Benennbares, sondern ist die ganz einzigartige Ursache aller einzelnen Dinge. Da das Einzelne von der ewigen Ursache zum Einzelnen gemacht ist, kann es niemals in ein Nicht-Einzelnes aufgelöst werden. Von wem sollte denn das von der ewigen Ursache zum Einzelnen Gemachte aufgelöst werden? Demgemäß hört das einzelne Gute nie auf, ist doch alles Einzelne ein Gutes. So hört das einzelne Seiende nie auf, ein solches zu sein, da jedes wirklich Einzelne ein Seiendes ist. Und der einzelne Körper mag noch so oft geteilt werden, er bleibt immer ein einzelner Körper. So ist auch die Linie, die Fläche und das einzelne Ganze nur in einzelne Teile teilbar, die in der Einmaligkeit des Ganzen beschlossen waren. Alle Mannigfaltigkeit betrifft nicht das Einzelne, sondern die ihm anhaftenden Eigenschaften, die es zu einem so oder so beschaffenen Einzelnen machen. Wenn aber die Mannigfaltigkeit nicht darin, d.h. in der Qualität oder Quantität liegt, dann bleibt das Einzelne immer in der gleichen Weise, wie das bei den Himmelskörpern bekanntlich der Fall ist. So konnte Dionysius[5] erklären, daß nichts seiner Natur und Substanz nach vergänglich ist, sondern nur die ihnen anhaftenden Eigenschaften vergänglich sind. Unvergänglich ist also die Einmaligkeit, die alles gestaltet und erhält. Und alles strebt in einem ganz natürlichen Verlangen nach der Ursache seiner Ein- maligkeit als nach dem zureichenden, vollkommenen und abso- lut einmaligen Gut.

Übs. Dp.

denn es gibt nur einen Grund alles Einzelnen, der alles vereinzelt. Dieser ist weder das Ganze noch ein Teil noch eine Eigengestalt noch ein Individuum, weder dieses oder jenes oder irgend etwas Nennbares, sondern der einzigste Grund alles Einzigen.

Da das Einzelne von einem ewigen Grund vereinzelt worden ist, kann es niemals in das Nicht-Einzelne aufgelöst werden. Denn von welcher Seite sollte das von einem ewigen Grund Vereinzelte aufgelöst werden?

Weil jedes Einzelne gut ist, läßt das Einzelne niemals vom Guten ab. So hört das einzelne Seiende niemals auf, dies zu sein, da alles Wirkliche ein Einzel-Seiendes ist und wie sehr ein einzelner Körper auch geteilt wird, so bleibt er doch immer ein einzelner Körper. Ebenso ist die Linie, die Oberfläche, das Ganze als Einzelnes nicht teilbar, außer in einzelne Teile, die in der Einzigkeit des Ganzen zusammengehalten waren.

Daher betrifft jede Verschiedenheit nicht das Einzelne, sondern nur das zu dem Einzelnen Dazukommende, das ein Einzelnes so oder so macht, so daß dieses Einzelne auf dieselbe Weise bestehen bleibt wie in den Himmelskörpern, wenn nicht in ihm die Verschiedenheit von Qualität und Quantität ist. So sagt auch Dionysius, daß nichts in Hinblick auf Natur und Substanz zugrunde gehen könne, sondern nur in bezug auf die Akzidentien.

Daher ist die Einzigkeit, die alles bildet und bewahrt, unvergänglich. Alle verlangen im letzten Streben der Natur nach dem Grund ihrer Einzigkeit als nach dem hinlänglichen, vollkommenen und einzigen Gut von allem.


  1. ↑ Z.5
  2. ↑ Z.10
  3. ↑ Z.15
  4. ↑ Z.20
  5. ↑