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Werk:Phaidon (Platon)/82

aus AufEinWort, der freien Forschung

—Übrstzng B.Z.

◀▷ ... Zum Beispiel, daß die, die sich in Völlerei, Maßlosigkeit und Trunksucht geübt und sich in keiner Weise gehütet haben, [1] wahrscheinlich in die Gattung der Esel und derartiger Tiere eingehen werden.[2] Oder meinst du nicht?

Sehr wahrscheinlich, was du sagst.

Die aber Ungerechtigkeit, Gewaltherrschaft und Raub vorzogen, in die Gattung der Wölfe, Falken und Geier – oder wohin sonst, sollen wir sagen, werden solche gehen? Ohne Bedenken, sagte er, in derartige.

Ist nicht klar, wohin auch von den übrigen jede geht, entsprechend der Art ihrer Beschäftigung?

Ganz klar, sagte er, wie sollte es nicht?

Sind nun nicht, fragte er, die Glücklichsten von ihnen und die, die an den besten Ort kommen, diejenigen, welche die volkstümliche und bürgerliche Tugend betrieben haben, die man da Besonnenheit und Gerechtigkeit nennt, [3] welche durch Gewohnheit und Übung entstehen, ohne Philosophie und Vernunft?

Weshalb sind diese die Glücklichsten?

Weil es wahrscheinlich ist, daß diese wiederum in eine solche bürgerliche und zahme Gattung gelangen, in die der Bienen vielleicht oder Wespen oder Ameisen, oder auch wieder in diese menschliche Gattung, und aus ihnen ganz ordentliche Menschen werden.

Wahrscheinlich.

[4] In das Geschlecht der Götter aber zu gelangen, ist keinem, [5] der nicht philosophiert hat und nicht vollkommen rein gegangen ist, vergönnt, sondern nur dem Liebhaber der Wissenschaft.

Vielmehr enthalten sich deswegen, mein Freund Simmias und Kebes, die rechten Philosophen aller den Körper betreffenden Begierden und sind standhaft und liefern sich ihnen nicht aus; nicht etwa, weil sie sich vor Verlust des Vermögens und Armut ängstigen wie die meisten Liebhaber des Geldes. Und auch nicht aus Furcht vor Geringschätzung und dem schlechten Ruf der Verworfenheit, wie die Liebhaber der Macht und des Ruhmes,[6] enthalten sie sich ihrer.

Das würde sich aj wohl auch nicht gehören, Sokrates, sagte Kebes.

Allerdings nicht, bei Zeus, sprach er. [7] Daher sagen all diesen, Kebes, jene Lebewohl, die nur irgend für ihre Seele Sorge tragen, aber nicht für die Pflege ihres Körpers leben,[8] und ziehen nicht mit ihnen, die ja nicht wissen, wohin sie gehen. Sie aber, die glauben, daß man nichts der Philosophie und der Lösung und Reinigung durch sie Widerstreitendes tun dürfe, wenden sich daher ihr folgend dorthin, wohin jene sie führt.

[9] Wie meinst du das, Sokrates? fragte er.▷

—Übrstzng F.S.