Werk:TDPC/34.1
▷Sicuti aliqua in hoc mundo medio humanae artis fieri videmus per eos, qui artem habent in anima sua studio acquisitam, ita quod ars est in ipsis recepta et manens et verbum docens et imperans ea quae artis sunt, sic et ars divina, quae firmissima fide acquisita est in spiritu nostro, est verbum dei docens et imperans ea quae artis creativae et omnipotentis exsistunt. Et sicut non potest indispositus artista operari ea quae artis sunt, ita nec indispositus fidelis. Dispositio autem fidelis volentis deum videre, quae necessario requiritur, est munditia cordis. Illi enim beati sunt et deum videbunt, ut verbum fidei Christi nostri nos docet.
Wie wir sehen, daß manches in dieser Welt mittels menschlicher Kunst entsteht durch diejenigen, die in ihrer Seele die in fleißigem Bemühen erworbene Kunstfertigkeit haben[1], so daß die Kunst in ihnen bleibend aufgenommen ist und das Wort ist, das zeigt und vorschreibt, was in den Bereich dieser Kunst fällt[2], so ist auch die göttliche Kunst, die im ganz festen Glauben in unserem Geist erworben ist, das Wort Gottes, welches das zeigt und vorschreibt, was zur schöpferischen und allmächtigen Kunst gehört[3]. Und wie ein ungefestigter Künstler nicht bewerkstelligen kann was seiner Kunst ist, so auch nicht der unfertige Gläubige. Die Fertigkeit aber, die notwendig erfordert wird, wenn ein Gläubiger Gott schauen will, ist die Reinheit des Herzens.[4] Denn solche sind selig und werden Gott schauen[5], wie uns das Glaubenswort unseres Christus lehrt.
Annähernd sehen wir, daß es in unserer Welt durch menschliche Kunst bei jenen geschieht, denen eine Kunst, welche sie durch eifriges Studium erworben haben, in der Seele wohnt; die Kunst ist von ihnen empfangen worden und stellt jenes Wort dar, das lehrt und allem gebietet, das zu der Kunst gehört. Ebenso ist die göttliche Kunst, die durch den festesten Glauben erworben ist, in unseren Geist das Wort Gottes, welches lehrt und gebietet, was der schöpferischen und allmächtigen Kunst angehört. Und wie ein Künstler, dem die rechte Verfassung fehlt, nichts wirken kann, das zu seiner Kunst gehört, so kann es auch kein Gläubiger. Die Vorbereitung und nötige Voraussetzung – wenn ein Gläubiger Gott schauen will – ist die Reinheit des Herzens. Denn jene sind selig und werden Gott schauen, wie uns das Glaubenswort unseres Christus lehrt.