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Werk:TDPC/60.1

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Adhuc mathematice aenigmatizando considera, quomodo summa aequalitas quantitatum ipsas ab omni pluralitate absolvit. Puta si concipis circuli a centro ad circumferentiam lineas ut describitur in pavimento, videntur esse aequales, sed non sunt propter pavimenti fluxibilitatem et materiam, ita quod nulla est alteri praecise similis, ut in Docta ignorantia ostenditur. Sed dum intellectualiter circulus in se consideratur, lineae multae in pavimento non possunt ibi esse aliae et aliae, quia causa alteritatis cessat scilicet materia. Sic nec sunt plures. Sicut igitur de lineis dictum est, ita de omni quanto scilicet superficie et corpore. Quando igitur video in pavimento unam superficiem terminari figura circulari, et aequalem superficiem figura triangulari terminari et aequalem figura hexagonali et ita de omnibus signabilibus figuris et post haec considero plures videri superficies illas aequales ob subiectum aliud et aliud, in quo aliter et aliter describuntur, abstraho igitur mentaliter a subiecto et video quomodo prius una et eadem superficies fuit mihi alia et alia visa, quia vidi in alio et alio loco et subiecto. Et deinde adverto quod una et eadem superficies est circulus, est trigonus, est hexagonus et omnis figura, qua superficies figurari et terminari potest.


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Betrachte weiter in einem mathematischen Rätselbild, wie die größte Gleichheit von Quantitäten diese von jeder Vielheit befreit. Wenn du etwa bei einem auf den Fußboden gezeichneten Kreis die vom Mittelpunkt zum Umfang führenden Linien betrachtest, so scheinen sie gleich zu sein, sind es aber nicht wegen der Wandelbarkeit und Stofflichkeit des Bodens, so daß keine der anderen genau gleicht, wie in der Belehrten Unwissenheit gezeigt wird. Wird aber der Kreis vernunfthaft in sich betrachtet, so können die vielen Linien auf dem Fußboden dort nicht untereinander verschieden sein, weil die Ursache der Andersheit, nämlich die Stofflichkeit[1], aufhört. Und so sind es auch nicht mehrere.[2] Wie es nun von den Linien gesagt wurde, so gilt es von jedem Quantum, d. h. von Fläche und Körper. Wenn ich also sehe, daß auf dem Fußboden eine Fläche durch eine Kreisfigur begrenzt wird und eine gleiche durch ein Dreieck begrenzt wird und eine gleiche durch ein Sechseck und so fort von allen zeichenbaren Figuren, und danach bedenke, daß diese gleichen Flächen mehrere zu sein scheinen wegen des je verschiedenen Untergrundes, auf dem sie immer anders gezeichnet werden, so sehe ich im Geist vom Untergrund ab und erkenne, wie die zuvor eine und selbige Fläche mir je anders erschien, weil ich sie an je anderem Ort und auf verschiedenem Untergrund sah. Und dann bemerke ich, daß eine und dieselbe Fläche Kreis ist, Dreieck, Sechseck und jede Figur, mit der die Fläche gestaltet und begrenzt werden kann.

Betrachte weiter in einem mathematischen Gleichnis, wie die höchste Gleichheit der Quantitäten diese von jeder Vielheit löst. Stelle dir vor, du betrachtest die Linien, die bei einem auf den Fußboden gezeichneten Kreis vom Mittelpunkt zum Umfang führen; sie scheinen gleich zu sein. Sie sind es aber nicht wegen der Wandelbarkeit und der Stoffhaftigkeit des Bodens. Keine ist der anderen ganz genau gleich, wie in der Wissenden Unwissenheit gezeigt wurde. Betrachtet man aber den Kreis vernunfthaft in sich, dann können die vielen Linien auf dem Fußboden nicht je andere sein, denn es fehlt die Stofflichkeit, der Grund der Andersheit.  Und so sind sie nicht viele. Wie dies hier von den Linien gesagt ist, gilt es auch für jede andere Quantität, nämlich Fläche und Körper. Wenn ich auf dem Boden eine Fläche sehe, die von einer Kreislinie begrenzt ist, dann eine gleiche Fläche von einem Dreieck und einem Sechseck und allen anderen zeichenbaren Figuren begrenzt, und dann bedenke, daß diese gleichen Flächen wegen des Untergrundes, auf dem sie immer anders gezeichnet werden, als viele erscheinen, dann sehe ich im Geist vom Untergrund ab und erkenne, daß mir wegen des jeweils anderen Ortes und der jeweils anderen Unterlage vorher ein- und dieselbe Fläche als immer andere erschien. Ich bemerke dann, daß ein und dieselbe Fläche Kreis, Dreieck, Sechseck und überhaupt jede Figur ist, die von einer Fläche gebildet und begrenzt werden kann.