Werk:Vernünftige Gedanken von Gott der Welt und der Seele des Menschen
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Ureigenwerk
Liste Werke von Christian Wolff (Aufklärer)
Buch
1752 n. Chr. erst.
veröffentlicht
ungeprüft
Ausfuehrliche Erläuterung der Wolffischen vernünftigen Gedancken von der Menschen Thun und Lassen, Joachimus Lange gestreitet - 1735.pdf
Anmerkungen über die vernünftigen Gedancken von Gott, der Welt und der Seele des Menschen/ Christian Wolff - 1724.pdf

Unterseiten: VGGWSM/
Vernünfftige Gedancken von GOTT der Welt und der Seele des Menschen,
Auch allen Dingen überhaupt,
Den Liebhabern der Wahrheit mitgetheilet,
Von
Christian Freiherrn von Wolff,
Sr. Königl. Majest. in Preussen Geheimen Rathe
und Kanzler der Universität Halle, wie auch Proffessore Juris Nature & Gentium ac Mathesos daselbst, Proffesore honorario zu St. Petersburg , der königl. Akademie der Wissenschaften zu Paris, wie auch der Königl. Groß-Brittannischen und der Königl. Preußischen Societät der Wissenschaften Mitgliede.
Neue Auflage hin und wieder vermehret.
Mit allergnädigsten Privilegiis.
Halle im Magdeburgischen, 1752.
Zu finden, in der Rengerischen Buchhandl.
Christian Wollfens,
Königl. Preuss. Hof-Raths und Prof. Purbl. Ordinarii, der Königl. Großbritannischen, wie auch der königl. Preuss. Societät Mitgliedes,
Erinnerung
Wie es künfftig mit den
Einwürffen
halten wil,
Die wieder seine Schriften
gemacht werden.
Halle um Magdeburgischen Anno 1720.
Zu finden in der Rengerischen Buchhandlung.
Prov. XVII, 28.
Ein Narr, wenn er schwiege, würde auch weise gerechnet, und verständig, wenn er das Maul hielte.
- Vorrede
- Vorrede zu der anderen Auflage
- Erinnerung Wegen der dritten Auflage
- Vorbericht, So zu der vierdten Auflage hinzu kommen
Inhalt.
Des gantzen Buches.
Cap. 1.
Wie wir erkennen, daß wir sind, und was uns diese Erkäntniß nützet. pag.1
Cap. 2.
Von den ersten Gründen unserer Erkäntniß und allen Dingen überhaupt. pag. 6.
Cap. 3.
Von der Seele überhaupt, was wir nemllich von ihr wahrnehmen. pag. 106.
Cap. 4.
Von der Welt. pag. 329.
Cap. 5.
Von dem Wesen der Seele und eines Geistes pberhaupt. pag. 453
Cap. 6.
Von GOTT. pag. 574.
Nachfolgend Restanfang der ersten Auflage:
Erinnerung wegen der Einwürffe.
§ 1. Vorhaben des Autoris.
Mein Vorhaben ist die Wissenschafften in bessere Ordnung und mehrere Bewisheit zu bringen, damit Verstand und Tugend zur Glückseligkeit des menschlichen Geschlechtes zu nehme. Aus dieser Absicht ist geflossen, was sich bisher in öffentlichen Druck gegeben, und, wenn mir GOtt Leben und Gesundheit erhält, noch ferner dazu befördern werde. Ich habe auch bißher das Vergnügen gehabt, daß sich viele aus meinen Schriften erbauet, und sie nicht allein wohl aufgenommen, sondern mich auch noch bis auf diese Stunde aufmuntern in meinem Vorhaben fortzufahren.
§. 2. Warum er sich die Einwürffe nicht befremden lässet.
Ob ich nun zwar das Glück gehabt, daß diejenigen, welche in der gelehrten Welt das größte Ansehen erhalten, meine Schrifften ihnen gefallen lassen; so kan ich mir doch deswegen nicht versprechen, daß sie allen gefallen werden: Denn sonst wäre unter denen, die gelehrt heissen, kein Unterscheid mehr anzutreffen. Und deswegen werde ich mich es auch nicht befremden lassen, wenn sich einige öffentlich erklären, daß sie anderer Meinung sind, als ich, aber auch wohl sich einbilden, als wenn sie wieder dajenige, was ich behaupte, mit gutem Grunde etwas einzuwenden mästen, wenn sie gleich nach nicht verstehen gelernet, was sie sich ihrer Meinung nach zu wiederlegen unterfangen. Es ist allezeit so in der gelehrten Welt hergegangen, und wird auch wohl immer so bleiben, so lange Leute seyn werden, die durch Tadeln denjenigen Ruhm zu erlangen gedencken, den Verständige bloß auf das Besser-machen gesetzet.
§. 3. Frage, so hier abgehandelt werden soll.
Es entstehet nun aber hier die Frage, pb und wie weit man verbunden sey auf gemachte Einwürffe zu antworten? Und diese ist es, welche ich jetzund zu entscheiden mir vorgenommen: Damit man künfftig wisse, aus was für Ursachen ich mich mit Leuten, die Lust zu zancken haben, oder auch wohl mit dergleichen Streit-Schrifften sich etwas zu verdienen gedencken, nicht in Streit einlasse, und sie daher keine Gelegenheit nehmen dörffen zu triumphiren, als wenn ihnen nicht hätte können geantwortet werden. Weiwohl da ich nach dem Urtheile der Unverständigen nichts frage, sondern mir es für ein nicht geringes Lpb halte, wenn ich von ihnen verachtet werde, (deñ weil ein jeder nach seinem Begriffe urtheilet, so wäre mir leid, wenn ich derjenigen Mann wäre, den sie für etwas ansehen; ) so kan mir gleich viel gelten, wenn sie sich für grosse Helden achten und aus Irrthume darüber vergnügen. Weil sie doch keiner andern Glückseligkeit fähig sind; so will ich ihnen diese Freude gar gerne gönnen.
§. 4. Der Autor machet sich anheischig auf Einwürffe zu antworten, die in der Sache! ein mehrens Licht geben.
Ich erkäre mich demnach einmahl für allemahl. werde auch beständig darüber halten, daß ich 1. mit aller Bescheidenheit antworten will, weñ Einwürffe vorgebracht werden, die zur Erläuterung der von mir behaupteten Sätze dienen, und durch deren Untersuchung ein neues Licht angezündet wird, welches so wohl mir, als anderen zu tiefferer Einsicht der Wahrheit verhilfft. Und zwar wird es mir gleichviel seyn, ob die Einwürffe nur schrifftlich, oder in öffentlichen Drucke communiciret werden.