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Widerspiel

aus AufEinWort, der freien Forschung

wider---Spiel deu. 'Gegenspiel'

WIDERSPIEL[1], n.,

seit dem 14. jh. bezeugt; s. Konrad v. Megenberg dt. sphaera 1 Matthaei und unter 4 den Göttweiger Trojanerkrieg. mhd. widerspil, mnd. wedderspil, mnl. wederspel. zu spiel 'ludus' und 'sache, affäre, angelegenheit' (teil 10, 1, sp. 2311 ff.).

bedeutung und gebrauch. die seit dem spätmhd. vorherrschende, erst im 19. jh. veraltende bedeutung des wortes ist 'gegenteil' (1). hierzu stellen sich entsprechende anwendungen auf personen (2: jmd. ist das widerspiel eines andern 'sein gegenteil') und eine sonderverwendung für 'widriges geschick' (3). gleichfalls seit dem spätmhd. tritt widerspiel als spielerausdruck auf (4: widerspiel sagen, das widerspiel karten). im sinne von 'gegenwirkung, widerstand' wird widerspiel seit dem 16. jh. gebraucht (5), gleichzeitig auch als nomen agentis in der bedeutung 'widersacher' (6). neben die seit dem frühnhd. belegte verwendung für'sachl. gegensatz, kontrast, unterschied' (7) tritt seit beginn des 19. jhs. eine mehr dynamische auffassung'antagonismus gegeneinanderwirkender kräfte' (8). ebenfalls jung sind die bedeutungen 'abbild, widerspiegelung' (9) und 'gegenstück' (10). unter 11 sind die zu festem phraseologischen gebrauch gelangten redewendungen des wortes behandelt: das widerspiel halten (ursprüngl. vielleicht spielerausdruck, vgl. 4, aber gewöhnlich im sinne von 'gegenwirkung' und 'gegenteil' gebraucht, vgl. 5 und 1) und im, zum, das (ein) widerspiel 'im gegenteil, im gegensatz dazu' usw. die erstere stellt die einzige im heutigen nd. gebräuchliche verwendung des wortes dar, die letzteren sind, wie z. t. auch die älteren schriftsprachl. verwendungen, noch in neuerer obd. mundart (schweiz.) geläufig.
  1. ↑ Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1234, Z. 35.