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elend

aus AufEinWort, der freien Forschung

e-lend Adj. ‘bedrückt durch Not, Armut, Unglück, ärmlich, leidend’.

Das zusammengesetzte Adjektiv

  • ahd. elilenti (8. Jh.),
  • mhd. ellende ‘aus der Fremde kommend, nicht einheimisch’, substantiviert ‘Fremdling’, ferner ‘in der Fremde lebend, (aus der angeborenen Rechtsgemeinschaft) ausgewiesen, verbannt’, substantiviert ‘Vertriebener, Verbannter’,
    • seit dem 11. Jh. auch ‘bedürftig, unglücklich, jammervoll’,
  • asächs. elilendi,
  • mnd. elende,
  • aengl. ellende
  • ist zu dem unter Land (s. d.) behandelten Wort gebildet,
    • wie entsprechendes
      • urnord. aljamarkiʀ ‘Fremder’ zu dem unter 1Mark (s. d.) dargestellten.
  • Erstes Kompositionsglied ist der Pronominalstamm
    • germ. *alja- ‘anderer’,
      • der als Simplex in got. aljis ‘anderer’ erhalten ist,
      • das mit gleichbed.
      • auf ie. *ali̯os ‘anderer’ (adjektivische Ableitung von einem Adverb ie. *ali ‘dort’) zurückgeht.
  • Das Adjektiv bezeichnet demnach eigentlich ‘den, dessen (Heimat)land ein anderes ist’ als das, in dem er sich (schutzlos) aufhält.
  • In neuerer Sprache steht elend oft im Sinne von ‘gering, schlecht’ (elender Dichter, Schurke), auch lediglich als Verstärkung ‘sehr’ (es ist elend heiß). Aus dem Adjektiv entwickelt sich das Substantiv Elend