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ginnen

aus AufEinWort, der freien Forschung

ginn-en ahd.-deu. in beginnen

ginnen[1], vb., nachträglich gebildetes simplex zu beginnen,

  • in der mhd. nicht-höfischen dichtung vielfach des rhythmus wegen gebraucht
    • (s. die belege bei Lexer mhd. 1, 1018),
  • reicht es von da über Burkhard Waldis, H. Sachs u. a. noch vereinzelt bis ins 17. jh.
    • gegenüber dem schwachen präteritum gund, gunden (gundt, gundten)
      • (selten stark, s.  1DWb  gan fürbegan bei M. Haupt Erec. s. 329 anm. 23)
    • tritt im mhd. gebrauchdas präsens ginnt stark zurück und erscheint auch zeitlich später.
  • lexikalisch:
    • ginnen anfangen, ordiri Henisch 1622;
    • ginnen Harsdörffer poetischer trichter (1647) 2, 142;
    • vgl. noch ginnenincipere Wachter (1787) 590;
    • s. auch Schmeller-Frommann 1, 919;Schiller-Lübben 2, 113a:

mit dem gund ich erplicken

ain frow bi dem brunnen

mhd. minnereden I 12, 24 Matthaei;

der tüfel sprach: ich muos ir dik lachen,

wenn si ginnent also swachen

des teufels netz 5265 Barack;

si tribens alls lanng, pisz si paid gunden, zu müeden U. FüetrerLanzelot 205;

dar nach er (Noe) Cham verflchen gund

Gengenbach bundtschu v. 80 Gödeke;

die beschorne rott gint sich zu regen Burkhard Waldis päpstl. reich (1556) d 2a;

und das erdrich auffspalten gund,

dasz man sah bisz in der hell grund

(1562) H. Sachs 17, 435, 37 Keller;

ich gunt mich weiter stecken

in stauden und in hecken

J. W. Zinkgref auszerl. ged. 7 ndr.

 

3 GINNEN, vb., s. gienen.

4 GINNEN, vb., s.  1DWb  gönnen.

 

3 GINNEN, vb., kurzweilen, spielen, vereinzelt belegt,unklarer herkunft: mit einander ginnen, kurtzweil treibenludo aliquo cum alio ludere Henisch 1623; das ginnen lusus, lusioebda 1622: weler uf dem blatz gynt, der ist kumen um 1 pfuntwachss. kainer sol gynnen jn sines maisters hus am werchtagum kain gelt (Ulm. weberknechtordn. 15. jh.) bei Chr. Schmidschwäb. 231, s. auch Fischer schwäb. 3, 661.

  1. ↑ Zitierempfehlung für diesen Artikel „GINNEN, vb.“, Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/25, <https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=G17025>, abgerufen am 01.09.2025. Referenz zur gedruckten Ausgabe Anfang des Artikels: Bd. 7, Sp. 7518, Z. 23 Originalausgabe: IV. Band, I. Abtheilung, 4. Teil, Lfg 6. gieszen — girren. Erscheinungsjahr: 1937, Bearbeiter: S. Beyschlag, G. Thiele, H. Hildebrandt, H. Pöppel, H. Thomas, K. Münzel, M. Insam, P. Diepers Links zu diesem Artikel www.woerterbuchnetz.de/DWB/ginnen www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=G17025