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prinzipia per se nota

aus AufEinWort, der freien Forschung

kurz per se nota

Der Begriff principia per se nota (lateinisch für „durch sich selbst bekannte Grundsätze“ oder „unmittelbar einleuchtende Prinzipien“) bezeichnet in der Scholastik (der Philosophie des Mittelalters, besonders geprägt durch Denker wie Thomas von Aquin) Sätze oder Urteile, deren Wahrheit unmittelbar einsichtig ist und die daher keines Beweises bedürfen. [1]

Die wichtigsten Aspekte dieses Konzepts lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Grundlage alles Wissens: Sie bilden das oberste, nicht weiter beweisbare Fundament der Erkenntnis. Aus ihnen werden durch logisches Denken alle weiteren Schlüsse (conclusiones) abgeleitet.
  • Das Prädikat liegt im Subjekt: Ein Satz ist per se notum, wenn das ausgesagte Merkmal (das Prädikat) bereits im Wesen des Gegenstandes (des Subjekts) enthalten ist. Ein klassisches Beispiel ist der Satz: „Das Ganze ist größer als der Teil.“ Wer die Begriffe „Ganzes“ und „Teil“ versteht, sieht sofort, dass dies wahr ist. [1]
  • Unterscheidung der Perspektiven: Die Scholastiker unterschieden, ob ein Satz an sich selbst (secundum se) oder für uns (quoad nos) unmittelbar klar ist. Manche Prinzipien erfordern philosophische Schulung, während andere (wie das grundlegende Prinzip der Logik, dass sich Widersprüche ausschließen) jedem Menschen sofort einleuchten. [1, 2]
  • Theoretische vs. praktische Vernunft: In der theoretischen Philosophie sind dies logische Axiome. In der praktischen Philosophie und Ethik (z.B. in der Moralphilosophie des Thomas von Aquin) gibt es ebenfalls solche praktischen Prinzipien. Das bekannteste davon ist: „Das Gute ist zu tun und zu verfolgen, und das Böse ist zu meiden“ (das sogenannte synderesis-Prinzip