universum in quolibet divers
quamvis universum in quolibet sit diverse et quodlibet in universo diverse (Werk:De docta ignorantia/118)
Der lateinische Spruch stammt aus dem Werk De docta ignorantia (II, 5) des deutschen Philosophen und Theologen Nicolaus Cusanus aus dem Jahr 1440. [1, 2]
Er besagt im Kern: Alles in der Welt ist in jedem einzelnen Ding enthalten, und jedes Ding ist in allem enthalten – jedoch nimmt das All in jedem Ding eine jeweils andere, spezifische Gestalt an. [1]
Der Spruch drückt die zentralen kosmologischen Ideen des Cusanus aus:
- Die All-Einheit (Spiegelung des Ganzen): Jedes Einzelwesen ist kein isoliertes Teil, sondern ein Mikrokosmos, der das gesamte Universum auf einzigartige Weise in sich widerspiegelt. So wie die ganze Sonne im Lichtstrahl und jeder Wassertropfen das Meer repräsentiert. [1]
- Individuelle Verschiedenheit (Kontraktion): Obwohl das Universum als Ganzes in jedem Ding gegenwärtig ist, existiert es in jedem Ding auf eine andere, begrenzte („kontrahierte“) Weise. Ein Stein, eine Pflanze oder ein Mensch sind das Universum – aber eben jeweils in ihrer eigenen Seinsweise. [1, 2]
Das Zitat lautet im vollständigen Kontext:
„(...) et quodlibet in universo est ipsum universum, quamvis universum in quolibet sit diverse et quodlibet in universo diverse.“ (Übersetzung: „... und jedes beliebige im Universum ist das Universum selbst, obwohl das Universum in jedem Ding in anderer Weise ist und jedes Ding in anderer Weise im Universum.“ ) [1]
Wenn dich diese Philosophie interessiert, kann ich dir gerne erklären, wie Cusanus dies mit dem berühmten Konzept der "Coincidentia oppositorum" (dem Zusammenfallen der Gegensätze) verbindet.