verweis
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ver-weis ahd.-deu. Verweis geben, vorwerfen; strafen, tadeln; mhdt.-dt. hinweisen, aufmerksam machen, jmdn. anweisen,
verweisen1 Vb. ‘zum Vorwurf machen, verbieten, tadeln’,
- Herkunft ungeklärt.
- ahd. firwīʒan (8. Jh.),
- mhd. verwīʒen ‘strafend, tadelnd vorwerfen’,
- mnd. vorwīten,
- mnl. verwīten,
- nl. verwijten ‘vorwerfen’,
- got. fraweitan ‘rächen’
- stehen als Präfixbildungen zu
- ahd. wīʒan (9. Jh.),
- mhd. wīʒen ‘bemerken, vorwerfen, (be)strafen’,
- asächs. aengl. wītan,
- mnd. mnl. wīten,
- nl. wijten ‘vorwerfen’,
- anord. vīta ‘strafen’
- (germ. *weitan)
- neben
- ahd. wīʒi n. (8. Jh.),
- mhd. wīʒe n. f. ‘Strafe, Höllenstrafe’,
- asächs. wīti n.,
- aengl. wīte,
- anord. vīti n. ‘Strafe’.
- Man verbindet allgemein diese Wortgruppe
- mit der Wurzel ie. *u̯eid- ‘erblicken, sehen’ (s. wissen und die dort genannten Formen)
- ¦√¦ uig. *weyd- "sehen"; uig. *u̯eid- aind. vḗdas- ‘Kenntnis, Einsicht durch Gesehenes’;
- und geht von der Bedeutung ‘eine Schuld wahrnehmen, bemerken’ aus,
- die sich zu ‘(eine Schuld) vorwerfen’ weiterentwickelt habe
- (ähnlich lat. animadvertere ‘seinen Sinn auf etw. richten, wahrnehmen, ahnden, rügen, strafen’).
- Seebold 549 schlägt dagegen
- Anschluß an eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *u̯ei-, *u̯ei̯ə-
- ‘gehen, auf etw. losgehen, etw. erstreben, erjagen, verfolgen’
- (woraus ‘vorwerfen, strafen’)
- sowie ‘Weg, Reihe’ vor, wozu die unter Weide2 (s. d.) genannten Formen.
- Anschluß an eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *u̯ei-, *u̯ei̯ə-
- mit der Wurzel ie. *u̯eid- ‘erblicken, sehen’ (s. wissen und die dort genannten Formen)
- – Verweis
verweisen2 Vb. ‘hinweisen, aufmerksam machen, jmdn. anweisen, sich an einen anderen Ort zu begeben, verbannen’,
- Ww
- mhd. verwīsen ‘hin-, zuweisen, irreleiten, verführen, verbannen’
- (vgl. asächs. farwīsian ‘verraten’),
- verstärkende Präfixbildung zu dem unter weisen (s. d.) behandelten Verb.
- mhd. verwīsen ‘hin-, zuweisen, irreleiten, verführen, verbannen’