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„Folge“ – Versionsunterschied

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* ‘Ergebnis, Wirkung, Reihe’  
* etwas, was aus einem bestimmten Handeln, Geschehen folgt;
** erst spät im Kompositum  
* Reihe von zeitlich aufeinanderfolgenden Dingen, Geschehnissen o. Ä. ({{Anm. KF}} jedoch zeutlich-örtlich unmittelbar ohne [[Unterbrechung]] folgend, mit Unterbrechungen s. [[Abfolge]];
*** ahd. ''selbfolga'' ‘Sekte’ (11. Jh.)  
* ‘Ergebnis, Wirkung, Reihe’
** bezeugt ist,  
** erst spät im Kompositum <abbr>ahd.</abbr> ''[[selbfolga]]'' ‘Sekte’ (11. Jh.) bezeugt ist,
*** danach  
** danach <abbr>mhd.</abbr> ''volge'' ‘Gefolge, Begleitung, Verfolgung, Nachfolge, Beistimmung’.
**** mhd. ''volge'' ‘Gefolge, Begleitung, Verfolgung, Nachfolge, Beistimmung’;
** Hier liegt eher eine postverbale Bildung vor.
**** etwas, was aus einem bestimmten Handeln, Geschehen folgt;  
* [[—Wrthrknft]] möglicherweise ''uig.'' ''*[[pelḱ-]]'', ''*[[polḱ-]]'' “wenden, verdrehen, winden”;
**** Reihe von zeitlich aufeinanderfolgenden Dingen, Geschehnissen o. Ä.;
** {{Anm. KF}} jedoch nach meinem Eindruck eher zu [[Fülle]] und ''[[gehen]]'', "dem Volk, einem aus dem Volk nachgehen";
<p>√¦ uig. ''[[wikt:Reconstruction:Proto-Indo-European/pleh₁-|*pleh₁-]]'' “voll, füllen, viel”,</p>
*** dann uig. *[[pleh₁-]] “[[voll]], [[füllen]], [[viel]]” ([[wikt:Reconstruction:Proto-Indo-European/pleh₁-|*pleh₁-]]),
 
<div class="zenoCOMain"><p>'''Folge''' <ref>Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 6. Leipzig 1906, S. 746. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20006622771; Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]; Faksimiles: [http://www.zeno.org/Meyers-1905/K/meyers-1905-006-0746 746]</ref> , im eigentlichen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Sinne Sinne] das [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Verh%C3%A4ltnis Verhältnis] der <span class="zenoTXSpaced">logischen</span> [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Abh%C3%A4ngigkeit Abhängigkeit] (s.d.) zwischen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gedanke Gedanken], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Urteil Urteilen] und [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Satz+%5B1%5D Sätzen], das darin besteht, daß ein [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gedanke Gedanke] (die F., der [[Folgesatz]]) sich aus dem andern (dem Grund oder [[Grundsatz]]) ableiten läßt, und daß also der letztere den erstern in Ansehung seiner Gültigkeit bestimmt. Mitunter wird jedoch auch die [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wirkung Wirkung] in ihrer [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Abh%C3%A4ngigkeit Abhängigkeit] von der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Ursache Ursache] als F. (im <span class="zenoTXSpaced">realen</span> [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Sinne Sinne]) bezeichnet. <span class="zenoTXSpaced">Folgerichtig</span> heißt ein [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gedanke Gedanke] oder eine ganze Gedankenreihe ([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Theor%C4%ABe Theorie], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Syst%C4%93m System]), deren einzelne Teile als [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gr%C3%BCnde Gründe] und Folgen miteinander zusammenhängen. Ist dies nicht der Fall, oder widerspricht gar das eine dem andern, so heißt der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gedanke Gedanke] <span class="zenoTXSpaced">folgewidrig</span>. Die Folgerichtigkeit heißt auch <span class="zenoTXSpaced">[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Konsequ%C3%A9nz Konsequenz]</span> (s.d.), die Folgewidrigkeit <span class="zenoTXSpaced">Inkonsequenz</span>. Vgl. Grund.</p>
== Mathematik ==
<div class="zenoCOMain"><p>'''Folge'''<ref>Quelle: Pierer's Universal-Lexikon, Band 6. Altenburg 1858, S. 403. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20009939474; Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]; Faksimiles: [http://www.zeno.org/Pierer-1857/K/pierer-1857-006-0403 403]</ref>, '''1''') (Log.), [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Bestimmung Bestimmung] der Gültigkeit eines Gedankens, [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Urtheils Urtheils] od. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Satz+%5B1%5D Satzes] durch einen vorhergehenden ([http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Grund+%5B1%5D Grund]). In der Form eines [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Satz+%5B1%5D Satzes] aufgestellt, heißt er '''<span class="zenoTXHighlight0">Folgesatz</span>''', im [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gegensatz Gegensatz] zu [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Grundsatz Grundsatz], welcher den [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Grund+%5B1%5D Grund] enthält. Die Art der Gedankenverknüpfung von [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Grund+%5B1%5D Grund] u. F. heißt '''Folgerung'''; daher '''Folgerichtig''', was aus dem, als [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Grund+%5B1%5D Grund] Gesetzten auch wirklich u. angemessen als Folge hervorgeht; '''2''') (Astron.), '''F. der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zeichen+%5B1%5D Zeichen]''', die in der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Ekliptik Ekliptik] genommene Richtung vom [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Widder Widder] aus durch den [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Stier+%5B1%5D Stier], die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zwillinge Zwillinge] etc. bis zum letzten [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zeichen+%5B1%5D Zeichen] [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Fisch+%5B1%5D Fische], also von [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Abend Abend] nach [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Morgen Morgen]. Es geschieht die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zahlung Zählung] der 360 [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Grad Grade] in der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Ekliptik Ekliptik] von 0° bis 60° od. in [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Bezug Bezug] auf jedes einzelne [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zeichen+%5B1%5D Zeichen] von 0° bis 30°, ebenfalls nach der F. der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zeichen+%5B1%5D Zeichen]. Auch die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Bewegung Bewegung] eines rechtläufigen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Planeten Planeten] geschieht nach der F. der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zeichen+%5B1%5D Zeichen], die eines rückläufigen aber gegen dieselbe. '''3''') [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Verbindlichkeit Verbindlichkeit] zu gewissen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Dienstleistung Dienstleistungen] des Berechtigten, z.B. sonst zum Kriegsdienste, zur Verfolgung von [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Verbrecher Verbrechern] (Amts- od. Gerichtsfolge), vgl. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gefolge Gefolge]; '''4''') [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Recht+%5B1%5D Recht], diese zu fordern; '''5''') [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Verbindlichkeit Verbindlichkeit] für alle [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Bauer+%5B1%5D Bauern], da, wo sich ein großes Raubthier zeigt, zu Erlegung desselben behülflich zu sein; '''6''') das [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Recht+%5B1%5D Recht], [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wild+%5B1%5D Wild] nach dem [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Anschu%C3%9F Anschuß] in ein fremdes [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Revier Revier] zu verfolgen (<span class="zenoTXSpaced">[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wild+%5B1%5D Wild]</span> od. <span class="zenoTXSpaced">[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Jagdfolge Jagdfolge]</span>). Das [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Recht+%5B1%5D Recht]selbst ruht auf uraltem [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gewohnheitsrecht Gewohnheitsrecht]; der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Umfang Umfang] desselben ist nach den einzelnen Particularrechten sehr verschieden bestimmt. Manchmal ist eine Abgabe für die F. ('''Folgekeule''') bestimmt. Vor der F. mit dem [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Schwei%C3%9Fhund Schweißhunde] u. vor dem [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Abholen Abholen] des erlegten [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wild+%5B1%5D Wildes] muß jedoch Meldung bei dem [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Nachbar Nachbar] geschehen, u. auf Verlangen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Ausri%C3%9F Ausriß] u. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Schwei%C3%9F Schweiß] gezeigt werden. Nach anderen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Recht+%5B1%5D Rechten] mußte, um auf das [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Recht+%5B1%5D Recht] der F. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Anspruch Anspruch] zu haben, das [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wild+%5B1%5D Wild] verendet sein, bevor man es findet; nach noch Anderen dü, sen die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Hund+%5B1%5D Hunde] dazu nicht angehetzt werden od. es muß schweißen u. der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/J%C3%A4ger+%5B1%5D Jäger] muß die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Flinte Flinte] auf seinem [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Revier Revier] zurücklassen od. die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Schlosser+%5B1%5D Schlösser] abschrauben. Neuere Jagdgesetze haben das [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Recht+%5B1%5D Recht] der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wildfolge Wildfolge], welches früher zu vielen Streitigkeiten Anlaß bot, ganz aufgehoben.</p></div></div>

Aktuelle Version vom 2. April 2026, 17:12 Uhr

folg + -e deu. wl. Wrtdtng:: "was in Fülle, im Ganzen folgt"

  • etwas, was aus einem bestimmten Handeln, Geschehen folgt;
  • Reihe von zeitlich aufeinanderfolgenden Dingen, Geschehnissen o. Ä. (Anm. KF: jedoch zeutlich-örtlich unmittelbar ohne Unterbrechung folgend, mit Unterbrechungen s. Abfolge;
  • ‘Ergebnis, Wirkung, Reihe’
    • erst spät im Kompositum ahd. selbfolga ‘Sekte’ (11. Jh.) bezeugt ist,
    • danach mhd. volge ‘Gefolge, Begleitung, Verfolgung, Nachfolge, Beistimmung’.
    • Hier liegt eher eine postverbale Bildung vor.
  • —Wrthrknft möglicherweise uig. *pelḱ-, *polḱ- “wenden, verdrehen, winden”;

Folge [1] , im eigentlichen Sinne das Verhältnis der logischen Abhängigkeit (s.d.) zwischen Gedanken, Urteilen und Sätzen, das darin besteht, daß ein Gedanke (die F., der Folgesatz) sich aus dem andern (dem Grund oder Grundsatz) ableiten läßt, und daß also der letztere den erstern in Ansehung seiner Gültigkeit bestimmt. Mitunter wird jedoch auch die Wirkung in ihrer Abhängigkeit von der Ursache als F. (im realen Sinne) bezeichnet. Folgerichtig heißt ein Gedanke oder eine ganze Gedankenreihe (Theorie, System), deren einzelne Teile als Gründe und Folgen miteinander zusammenhängen. Ist dies nicht der Fall, oder widerspricht gar das eine dem andern, so heißt der Gedanke folgewidrig. Die Folgerichtigkeit heißt auch Konsequenz (s.d.), die Folgewidrigkeit Inkonsequenz. Vgl. Grund.

Folge[2], 1) (Log.), Bestimmung der Gültigkeit eines Gedankens, Urtheils od. Satzes durch einen vorhergehenden (Grund). In der Form eines Satzes aufgestellt, heißt er Folgesatz, im Gegensatz zu Grundsatz, welcher den Grund enthält. Die Art der Gedankenverknüpfung von Grund u. F. heißt Folgerung; daher Folgerichtig, was aus dem, als Grund Gesetzten auch wirklich u. angemessen als Folge hervorgeht; 2) (Astron.), F. der Zeichen, die in der Ekliptik genommene Richtung vom Widder aus durch den Stier, die Zwillinge etc. bis zum letzten Zeichen Fische, also von Abend nach Morgen. Es geschieht die Zählung der 360 Grade in der Ekliptik von 0° bis 60° od. in Bezug auf jedes einzelne Zeichen von 0° bis 30°, ebenfalls nach der F. der Zeichen. Auch die Bewegung eines rechtläufigen Planeten geschieht nach der F. der Zeichen, die eines rückläufigen aber gegen dieselbe. 3) Verbindlichkeit zu gewissen Dienstleistungen des Berechtigten, z.B. sonst zum Kriegsdienste, zur Verfolgung von Verbrechern (Amts- od. Gerichtsfolge), vgl. Gefolge; 4) Recht, diese zu fordern; 5) Verbindlichkeit für alle Bauern, da, wo sich ein großes Raubthier zeigt, zu Erlegung desselben behülflich zu sein; 6) das Recht, Wild nach dem Anschuß in ein fremdes Revier zu verfolgen (Wild od. Jagdfolge). Das Rechtselbst ruht auf uraltem Gewohnheitsrecht; der Umfang desselben ist nach den einzelnen Particularrechten sehr verschieden bestimmt. Manchmal ist eine Abgabe für die F. (Folgekeule) bestimmt. Vor der F. mit dem Schweißhunde u. vor dem Abholen des erlegten Wildes muß jedoch Meldung bei dem Nachbar geschehen, u. auf Verlangen Ausriß u. Schweiß gezeigt werden. Nach anderen Rechten mußte, um auf das Recht der F. Anspruch zu haben, das Wild verendet sein, bevor man es findet; nach noch Anderen dü, sen die Hunde dazu nicht angehetzt werden od. es muß schweißen u. der Jäger muß die Flinte auf seinem Revier zurücklassen od. die Schlösser abschrauben. Neuere Jagdgesetze haben das Recht der Wildfolge, welches früher zu vielen Streitigkeiten Anlaß bot, ganz aufgehoben.

  1. ↑ Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 6. Leipzig 1906, S. 746. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20006622771; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 746
  2. ↑ Quelle: Pierer's Universal-Lexikon, Band 6. Altenburg 1858, S. 403. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20009939474; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 403