„Werk:De docta ignorantia/59“ – Versionsunterschied
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So wie dann, wenn wir ein endliches Dreieck bilden, zuerst der eine Winkel ist, dann der andere, und endlich der dritte von beiden und diese Winkel zueinander in Wechselbeziehung stehen, so daß aus ihnen ein Dreieck entsteht, so gilt dies auch im Unendlichen auf unendliche Weise. Aber man muß dies so verstehen, daß die Priorität in der Ewigkeit derartig begriffen wird, daß die Posteriorität ihr nicht widerspricht; anders nämlich können Priorität und Posteriorität in das Unendliche und Ewige nicht eingehen. | So wie dann, wenn wir ein endliches Dreieck bilden, zuerst der eine Winkel ist, dann der andere, und endlich der dritte von beiden und diese Winkel zueinander in Wechselbeziehung stehen, so daß aus ihnen ein Dreieck entsteht, so gilt dies auch im Unendlichen auf unendliche Weise. Aber man muß dies so verstehen, daß die Priorität in der Ewigkeit derartig begriffen wird, daß die Posteriorität ihr nicht widerspricht; anders nämlich können Priorität und Posteriorität in das Unendliche und Ewige nicht eingehen. | ||
Daher ist der Vater nicht früher als der Sohn und der Sohn nicht später. Der Vater ist vielmehr so früher, daß der Sohn nicht später ist. So ist der Vater die erste Person, weil der Sohn nicht nach diesem die zweite ist; wie der Vater ohne Priorität die erste ist, so ist der Sohn ohne Posteriorität die zweite und der Heilige Geist in gleicher Weise die dritte. Weil aber darüber oben ausführlicher gesprochen wurde, möge dies hier genügen. | Daher ist der Vater nicht früher als der Sohn und der Sohn nicht später. Der Vater ist vielmehr so früher, daß der Sohn nicht später ist. So ist der Vater die erste Person, weil der Sohn nicht nach diesem die zweite ist; wie der Vater ohne Priorität die erste ist, so ist der Sohn ohne Posteriorität die zweite und der Heilige Geist in gleicher Weise die dritte. Weil aber darüber oben ausführlicher gesprochen wurde, möge dies hier genügen.{{SchaufensterEnde|Auszug}} | ||
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Aktuelle Version vom 8. Dezember 2025, 15:31 Uhr
Capitulum XX.
Adhuc circa Trinitatem, et quod non sit possibilis quaternitas et ultra in divinis. [1]
Amplius, requirit veritas Trinitatis, quae est Triunitas, trinum esse unum, quia dicitur triunum. Hoc autem non cadit in conceptu nisi [2] eo modo, quo correlatio distincta unit et ordo distinguit. Unde, sicut – dum facimus triangulum finitum – primo est angulus unus, secundo alius, tertio tertius ab utroque, et illi anguli ad invicem correlationem habent, ut sit unus ex ipsis triangulus: ita quidem et in [3] infinito infinite. Tamen concipiendum est ita, quod prioritas taliter concipiatur in aeternitate, quod posterioritas non sibi contradicat; aliter enim prioritas et posterioritas in infinito et aeterno cadere non possent. Unde Pater non est prior Filio et Filius posterior; sed ita Pater est prior, quod Filius non est posterior. Ita Pater prima persona, quod [4] Filius non est post hoc secunda; sed sicut Pater est prima absque prioritate, ita Filius secunda absque posterioritate et Spiritus sanctus pariformiter tertia. Sed quia hoc superius dictum est amplius, sufficiat.
Kapitel XX.
Weitere Ausführungen zur Dreiheit Vierheit und alles was darüber hinausgeht ist im Göttlichen nicht möglich
Weiters: Die Wahrheit der Dreiheit, die Drei-Einheit, verlangt, daß das Dreifache das Eine sei, weil es Drei-Eines heißt. Dies ist allein dadurch begreiflich, daß die Korrelation das Unterschiedene eint und die Ordnung unterscheidet.
So wie dann, wenn wir ein endliches Dreieck bilden, zuerst der eine Winkel ist, dann der andere, und endlich der dritte von beiden und diese Winkel zueinander in Wechselbeziehung stehen, so daß aus ihnen ein Dreieck entsteht, so gilt dies auch im Unendlichen auf unendliche Weise. Aber man muß dies so verstehen, daß die Priorität in der Ewigkeit derartig begriffen wird, daß die Posteriorität ihr nicht widerspricht; anders nämlich können Priorität und Posteriorität in das Unendliche und Ewige nicht eingehen.
Daher ist der Vater nicht früher als der Sohn und der Sohn nicht später. Der Vater ist vielmehr so früher, daß der Sohn nicht später ist. So ist der Vater die erste Person, weil der Sohn nicht nach diesem die zweite ist; wie der Vater ohne Priorität die erste ist, so ist der Sohn ohne Posteriorität die zweite und der Heilige Geist in gleicher Weise die dritte. Weil aber darüber oben ausführlicher gesprochen wurde, möge dies hier genügen.