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„Assertion“ – Versionsunterschied

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:[https://de.wiktionary.org/wiki/assertorisch assertorisch]
:[https://de.wiktionary.org/wiki/assertorisch assertorisch]
'''Assertion''' (von lat. ''assertio'', Behauptung) ist ein Terminus der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachwissenschaft Sprachwissenschaft] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Logik Logik]. Er steht für eine bestimmte Behauptung, Versicherung, Feststellung. Das zugehörige Adjektiv lautet '''assertorisch''', also feststellend oder behauptend.<div class="mw-heading mw-heading2">
 
== Sprachwissenschaft ==
== Assertion ==
</div><p>Der Ausdruck ''Assertion'' bezeichnet in der Sprachwissenschaft Verschiedenes<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Assertion#cite_note-1 [1]]</sup>:</p>
'''Assertion''' (von lat. ''assertio'', Behauptung) ist ein [[Terminus]] der [[Sprachwissenschaft]] und der [[Logik]]. Er steht für eine bestimmte [[Behauptung]], [[Versicherung]], [[Feststellung]]. Das zugehörige Adjektiv lautet '''[[assertorisch]]''', also feststellend oder behauptend.<div class="mw-heading mw-heading2">
#Das Aufstellen eines Wahrheitsanspruchs für eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Proposition_(Linguistik) Proposition] in dem kognitiven Akt des Urteilens. Dieser Akt wird kundgegeben durch eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Behauptung Behauptung] (so bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Gottlob_Frege Gottlob Frege]), die in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprechakttheorie Sprechhandlungstheorie] [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprechakttheorie Assertiv] genannt wird.
=== Sprachwissenschaft ===
#Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deklarativsatz Deklarativsatz] nach seiner prototypischen Verwendung als Satz, mit dem eine Behauptung erfolgt.
</div><p>Der Ausdruck ''Assertion'' bezeichnet in der Sprachwissenschaft Verschiedenes<ref><span class="reference-text">Helmut Rehbock: ''Assertion.'' In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Gl%C3%BCck Helmut Glück], Michael Rödel (Hrsg.): ''Metzler Lexikon Sprache.'' Metzler Verlag, Stuttgart 2016, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783476026415 ISBN 978-3-476-02641-5], S. 63</span></ref>:</p>
#Der propositionale Gehalt eines Satzes im Gegensatz zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4supposition Präsupposition]. Die Assertion ist dann „der Teil der Aussage, der als richtig oder falsch dargestellt wird: umgangssprachlich könnte man sagen: das, was explizit behauptet wird.“<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Assertion#cite_note-2 [2]]</sup>
#Das Aufstellen eines [[Wahrheitsanspruchs]] für eine [[Proposition (Linguistik)|Proposition]] in dem kognitiven Akt des Urteilens. Dieser Akt wird kundgegeben durch eine [[Behauptung]] (so bei [[Gottlob Frege]]), die in der [[Sprechakttheorie|Sprechhandlungstheorie]] [[Repräsentativa|Assertiv]] genannt wird.
#Der [[Deklarativsatz]] nach seiner prototypischen Verwendung als Satz, mit dem eine Behauptung erfolgt.
#Der propositionale Gehalt eines Satzes im Gegensatz zur [[Präsupposition]]. Die Assertion ist dann „der Teil der Aussage, der als richtig oder falsch dargestellt wird: umgangssprachlich könnte man sagen: das, was explizit behauptet wird.“<ref><span class="reference-text">Stein, Achim: ''Einführung in die französische Sprachwissenschaft.'' 3. Aufl. - Metzler, Stuttgart, Weimar 2010, S. 88; nach Helmut Rehbock: ''Assertion.'' In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Gl%C3%BCck Helmut Glück], Michael Rödel (Hrsg.): ''Metzler Lexikon Sprache.'' Metzler Verlag, Stuttgart 2016, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783476026415 ISBN 978-3-476-02641-5], S. 63 beruht die Bedeutung (3) auf einer "laxe[n] Redeweise".</span></ref>
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== Logik ==
=== Logik ===
</div><p>In der Logik bezeichnet der Ausdruck ''assertorisch'' Sätze (Urteile), in denen etwas einfach als wahr oder falsch behauptet wird. Im apodiktischen Satz wird hingegen behauptet, dass etwas notwendigerweise, im problematischen Satz, dass etwas möglicherweise wahr ist. Mitunter wird auch von einer ''assertorischen Logik'' gesprochen<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Assertion#cite_note-3 [3]]</sup>, wenn von einer nicht-[https://de.wikipedia.org/wiki/Modallogik modalen] Logik die Rede ist.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
</div><p>In der Logik bezeichnet der Ausdruck ''assertorisch'' Sätze (Urteile), in denen etwas einfach als wahr oder falsch behauptet wird. Im apodiktischen Satz wird hingegen behauptet, dass etwas notwendigerweise, im problematischen Satz, dass etwas möglicherweise wahr ist. Mitunter wird auch von einer ''assertorischen Logik'' gesprochen<ref><span class="reference-text">Bocheński, Formale Logik, 2. Aufl. (1962), S. 467</span></ref>, wenn von einer nicht-[https://de.wikipedia.org/wiki/Modallogik modalen] Logik die Rede ist.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Satz und Urteil ===
==== Satz und Urteil ====
</div><p>Assertationen stellen einen grundlegenden Typus von [https://de.wikipedia.org/wiki/Aussage_(Logik) logischen Sätzen] dar. ''Assertorischer Satz'' kann als anderer Ausdruck für ''Aussagesatz'', ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Apophantik apophantischer] Satz'',<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Assertion#cite_note-4 [4]]</sup> ''logos apophantikos'' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles]), ''wahrheitsdefiniter Satz''<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Assertion#cite_note-5 [5]]</sup> oder ''Behauptungssatz'' verstanden werden.</p><p>Der Begriff des assertorischen Satzes geht auf die klassische, aristotelische Unterscheidung zwischen sinnvoller und behauptender Rede zurück: „Jeder Satz hat einen Sinn [semantikós], aber nicht jeder zeigt etwas auf [apophantikós], sondern nur derjenige, der wahr oder falsch sein kann.“<sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Assertion#cite_note-6 [6]]</sup></p><p>In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Scholastik Scholastik] und von [https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Immanuel Kant] wurden Urteile nach ihrer auf Wirklichkeit und Wahrheit bezogenen (alethischen) [https://de.wikipedia.org/wiki/Modalit%C3%A4t_(Philosophie) Modalität]<sup id="cite_ref-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Assertion#cite_note-7 [7]]</sup> eingeteilt in:<sup id="cite_ref-8" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Assertion#cite_note-8 [8]]</sup></p>
</div><p>Assertationen stellen einen grundlegenden Typus von [https://de.wikipedia.org/wiki/Aussage_(Logik) logischen Sätzen] dar. ''Assertorischer Satz'' kann als anderer Ausdruck für ''Aussagesatz'', ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Apophantik apophantischer] Satz'',<ref><span class="reference-text">Tugendhat, Wolf: ''Logisch-semantische Propädeutik''. 1983, S. 127</span></ref> ''logos apophantikos'' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles]), ''wahrheitsdefiniter Satz''<ref><span class="reference-text">Zoglauer, Thomas: ''Einführung in die formale Logik für Philosophen''. 1999, S. 21</span></ref> oder ''Behauptungssatz'' verstanden werden.</p><p>Der Begriff des assertorischen Satzes geht auf die klassische, aristotelische Unterscheidung zwischen sinnvoller und behauptender Rede zurück: „Jeder Satz hat einen Sinn [semantikós], aber nicht jeder zeigt etwas auf [apophantikós], sondern nur derjenige, der wahr oder falsch sein kann.“<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles]: ''De interpretatione'', Kap. 4. Zitiert nach Tugendhat, Wolf: ''Logisch-semantische Propädeutik''. 1983, S. 23</span></ref></p><p>In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Scholastik Scholastik] und von [https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Immanuel Kant] wurden Urteile nach ihrer auf Wirklichkeit und Wahrheit bezogenen (alethischen) [https://de.wikipedia.org/wiki/Modalit%C3%A4t_(Philosophie) Modalität]<ref><span class="reference-text">Vgl. Prechtl: ''Modallogik''. In: ''Metzler-Lexikon Sprache'', 3. Aufl. 2005: ''assertorisch ist die „alethische Modalität eines Satzes, dass etwas wirklich wahr ist“''</span></ref> eingeteilt in:<ref><span class="reference-text">''Urteil''. In: Regenbogen, Meyer: ''Wörterbuch der philosophischen Begriffe''. 2005. ''Modalität''. In: Schülerduden, ''Philosophie'', 2. Aufl. 2002</span></ref></p>
#problematische (eine [https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6glichkeit Möglichkeit] ausdrückende z.&nbsp;B. es ist möglich, dass S P ist)
#problematische (eine [https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6glichkeit Möglichkeit] ausdrückende z.&nbsp;B. es ist möglich, dass S P ist)
#assertorische (die [https://de.wikipedia.org/wiki/Wirklichkeit Wirklichkeit] behauptende z.&nbsp;B. es ist in der Tat so, dass S P ist)
#assertorische (die [https://de.wikipedia.org/wiki/Wirklichkeit Wirklichkeit] behauptende z.&nbsp;B. es ist in der Tat so, dass S P ist)
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Apodiktische_Aussage apodiktische] (eine logische Notwendigkeit meinende z.&nbsp;B. es ist [https://de.wikipedia.org/wiki/Notwendigkeit notwendigerweise] so, dass S P ist)
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Apodiktische_Aussage apodiktische] (eine logische Notwendigkeit meinende z.&nbsp;B. es ist [https://de.wikipedia.org/wiki/Notwendigkeit notwendigerweise] so, dass S P ist)
<p>Assertorische Sätze sind Sätze, „in denen ohne jeden Zusatz etwas als wahr behauptet oder geleugnet wird“.<sup id="cite_ref-9" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Assertion#cite_note-9 [9]]</sup></p><p>S = Subjekt; P = Prädikat</p><p>In der Terminologie der Urteilslehre der klassischen Logik sind ''assertorische Urteile'' „Urteile, in denen behauptet wird, dass der Prädikatsbegriff dem Subjektbegriff tatsächlich zukommt oder nicht zukommt (Form: ''S&nbsp;ist&nbsp;P'' oder ''S&nbsp;ist nicht&nbsp;P'')“.<sup id="cite_ref-10" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Assertion#cite_note-10 [10]]</sup></p><p>Jede Verwendung eines assertorischen Satzes, sei dieser affirmativ oder negativ, ist eine Behauptung.<sup id="cite_ref-11" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Assertion#cite_note-11 [11]]</sup> Manchmal wird unter assertorischer Satz auch nur der bejahende Behauptungssatz (miss-)verstanden. „Die Sätze „p“ und „¬&nbsp;p“ haben entgegengesetzten Sinn, aber es entspricht ihnen eine und dieselbe Wirklichkeit.“<sup id="cite_ref-12" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Assertion#cite_note-12 [12]]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading2">
<p>Assertorische Sätze sind Sätze, „in denen ohne jeden Zusatz etwas als wahr behauptet oder geleugnet wird“.<ref><span class="reference-text">''assertorisch''. In: Regenbogen, Meyer: ''Wörterbuch der philosophischen Begriffe''. 2005</span></ref></p><p>S = Subjekt; P = Prädikat</p><p>In der Terminologie der Urteilslehre der klassischen Logik sind ''assertorische Urteile'' „Urteile, in denen behauptet wird, dass der Prädikatsbegriff dem Subjektbegriff tatsächlich zukommt oder nicht zukommt (Form: ''S&nbsp;ist&nbsp;P'' oder ''S&nbsp;ist nicht&nbsp;P'')“.<ref><span class="reference-text">Spree: ''Assertorisch''. In: Rehfus: ''Handwörterbuch Philosophie''. 2003</span></ref></p><p>Jede Verwendung eines assertorischen Satzes, sei dieser affirmativ oder negativ, ist eine Behauptung.<ref><span class="reference-text">Tugendhat, Wolf: ''Logisch-semantische Propädeutik''. 1983, S. 212 f.</span></ref> Manchmal wird unter assertorischer Satz auch nur der bejahende Behauptungssatz (miss-)verstanden. „Die Sätze „p“ und „¬&nbsp;p“ haben entgegengesetzten Sinn, aber es entspricht ihnen eine und dieselbe Wirklichkeit.“<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Wittgenstein Wittgenstein]: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Tractatus_Logico-Philosophicus Tractatus]'' 4.0621. Zitiert nach Brandt, Dietrich, Schön: ''Sprachwissenschaft'', 2. Aufl. (2006), S. 81 Fn. 10</span></ref></p><div class="mw-heading mw-heading2">
== Weblinks ==
=== Weblinks ===
</div><div class="sisterproject"><span class="noviewer" role="presentation" aria-hidden="true"><span class="mw-default-size"><span title="Wiktionary">[[file:16px-Wiktfavicon_en.svg.png|16x16px]]</span></span></span>'''[https://de.wiktionary.org/wiki/Assertion Wiktionary: Assertion]'''&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div><div class="mw-heading mw-heading2">
</div><div class="sisterproject"><span class="noviewer" role="presentation" aria-hidden="true"><span class="mw-default-size"><span title="Wiktionary">[[file:16px-Wiktfavicon_en.svg.png|16x16px]]</span></span></span>'''[https://de.wiktionary.org/wiki/Assertion Wiktionary: Assertion]'''&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div><div class="mw-heading mw-heading2">
== Einzelnachweise ==
== [[Enzlnchwse]] ==
</div>
</div>
#<span class="reference-text">Helmut Rehbock: ''Assertion.'' In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Gl%C3%BCck Helmut Glück], Michael Rödel (Hrsg.): ''Metzler Lexikon Sprache.'' Metzler Verlag, Stuttgart 2016, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783476026415 ISBN 978-3-476-02641-5], S. 63</span>
#<span class="reference-text">Stein, Achim: ''Einführung in die französische Sprachwissenschaft.'' 3. Aufl. - Metzler, Stuttgart, Weimar 2010, S. 88; nach Helmut Rehbock: ''Assertion.'' In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Gl%C3%BCck Helmut Glück], Michael Rödel (Hrsg.): ''Metzler Lexikon Sprache.'' Metzler Verlag, Stuttgart 2016, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783476026415 ISBN 978-3-476-02641-5], S. 63 beruht die Bedeutung (3) auf einer "laxe[n] Redeweise".</span>
#<span class="reference-text">Bocheński, Formale Logik, 2. Aufl. (1962), S. 467</span>
#<span class="reference-text">Tugendhat, Wolf: ''Logisch-semantische Propädeutik''. 1983, S. 127</span>
#<span class="reference-text">Zoglauer, Thomas: ''Einführung in die formale Logik für Philosophen''. 1999, S. 21</span>
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles]: ''De interpretatione'', Kap. 4. Zitiert nach Tugendhat, Wolf: ''Logisch-semantische Propädeutik''. 1983, S. 23</span>
#<span class="reference-text">Vgl. Prechtl: ''Modallogik''. In: ''Metzler-Lexikon Sprache'', 3. Aufl. 2005: ''assertorisch ist die „alethische Modalität eines Satzes, dass etwas wirklich wahr ist“''</span>
#<span class="reference-text">''Urteil''. In: Regenbogen, Meyer: ''Wörterbuch der philosophischen Begriffe''. 2005. ''Modalität''. In: Schülerduden, ''Philosophie'', 2. Aufl. 2002</span>
#<span class="reference-text">''assertorisch''. In: Regenbogen, Meyer: ''Wörterbuch der philosophischen Begriffe''. 2005</span>
#<span class="reference-text">Spree: ''Assertorisch''. In: Rehfus: ''Handwörterbuch Philosophie''. 2003</span>
#<span class="reference-text">Tugendhat, Wolf: ''Logisch-semantische Propädeutik''. 1983, S. 212 f.</span>
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Wittgenstein Wittgenstein]: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Tractatus_Logico-Philosophicus Tractatus]'' 4.0621. Zitiert nach Brandt, Dietrich, Schön: ''Sprachwissenschaft'', 2. Aufl. (2006), S. 81 Fn. 10</span>

Version vom 24. Juli 2024, 18:21 Uhr

assert-ion Vorlage:lat.-frengl.-dt. Wrtdtng: sgm. 'Zuweisung, Angedeihung'

von slat. assertio „Freisprechung, Freisprechung eines Menschen“, abgeleitet von slat. asserere „zusprechen, behaupten, versichern“

Substantiv, f (Deutsch)
Worttrennung: As·ser·ti·on,

Plural: As·ser·ti·o·nen Aussprache: IPA: [asɛʁˈt͡si̯oːn]


Singular Plural
Nominativ die Assertion die Assertionen
Genitiv der Assertion der Assertionen
Dativ der Assertion den Assertionen
Akkusativ die Assertion die Assertionen

Bedeutungen:

[1] Philosophie, Linguistik: bestimmte, feststellende Behauptung, Feststellung oder Versicherung, bei der ohne jede Begründung etwas als wahr behauptet oder geleugnet wird
[2] Informatik: Zusicherung oder Annahme über den Zustand von Variablen innerhalb einer Programmiersprache oder eines Entwicklungstools

Synonyme:

[1] Behauptung, Feststellung, Versicherung
[2] Annahme, Zusicherung

Sinnverwandte Wörter:

[1] Arbeitshypothese, Axiom, Präsumtion, Propositio, Hypothese, Postulat, Supposition, These

Gegenwörter:

[1] Begründung, Beobachtung, Beweis, Konstatierung, Schlussfolgerung; Linguistik: Präsupposition

Oberbegriffe:

[1, 2] Aussage

Unterbegriffe:

[2] Invariante, Nachbedingung, Vorbedingung

Beispiele:

[1] „Den Satz: Cajus ist sterblich, könnte ich auch bloß durch den Verstand aus der Erfahrung schöpfen. Allein ich suche einen Begriff, der die Bedingung enthält, unter welcher das Prädikat (Assertion überhaupt) dieses Urteils gegeben wird (d. i. hier, den Begriff des Menschen;) und nachdem ich unter diese Bedingung, in ihrem ganzen Umfange genommen, (alle Menschen sind sterblich) subsumiert habe; so bestimme ich darnach die Erkenntnis meines Gegenstandes (Cajus ist sterblich).“[2]
[1] „Diese Sätze, an welche hier erinnert wird, sind darum keine dogmatische Assertionen, weil sich aus der ganzen Entwickelung des Wesens durch sich selbst hervorgegangene Resultate sind.“[3]
[1] Die Assertion eines Elementes aus der Klasse von inkompatiblen Ausdrücken impliziert die Verneinung jedes einzelnen anderen Elementes in dieser Klasse (rot impliziert ~ blau, ~ grün u.s.w.); die Negation eines Elementes aus einer Klasse von inkompatiblen Ausdrücken impliziert die Assertion der Disjunktion all der anderen Elemente (~ rot impliziert entweder grün oder blau oder …).[4]
[2] Der Zweck von Assertionen besteht auch in der Ausgabe von Fehlermeldungen, die für den Anwender verständlich sind.

Wortbildungen:

assertorisch

Assertion

Assertion (von lat. assertio, Behauptung) ist ein Terminus der Sprachwissenschaft und der Logik. Er steht für eine bestimmte Behauptung, Versicherung, Feststellung. Das zugehörige Adjektiv lautet assertorisch, also feststellend oder behauptend.

Sprachwissenschaft

Der Ausdruck Assertion bezeichnet in der Sprachwissenschaft Verschiedenes[1]:

  1. Das Aufstellen eines Wahrheitsanspruchs für eine Proposition in dem kognitiven Akt des Urteilens. Dieser Akt wird kundgegeben durch eine Behauptung (so bei Gottlob Frege), die in der Sprechhandlungstheorie Assertiv genannt wird.
  2. Der Deklarativsatz nach seiner prototypischen Verwendung als Satz, mit dem eine Behauptung erfolgt.
  3. Der propositionale Gehalt eines Satzes im Gegensatz zur Präsupposition. Die Assertion ist dann „der Teil der Aussage, der als richtig oder falsch dargestellt wird: umgangssprachlich könnte man sagen: das, was explizit behauptet wird.“[2]

Logik

In der Logik bezeichnet der Ausdruck assertorisch Sätze (Urteile), in denen etwas einfach als wahr oder falsch behauptet wird. Im apodiktischen Satz wird hingegen behauptet, dass etwas notwendigerweise, im problematischen Satz, dass etwas möglicherweise wahr ist. Mitunter wird auch von einer assertorischen Logik gesprochen[3], wenn von einer nicht-modalen Logik die Rede ist.

Satz und Urteil

Assertationen stellen einen grundlegenden Typus von logischen Sätzen dar. Assertorischer Satz kann als anderer Ausdruck für Aussagesatz, apophantischer Satz,[4] logos apophantikos (Aristoteles), wahrheitsdefiniter Satz[5] oder Behauptungssatz verstanden werden.

Der Begriff des assertorischen Satzes geht auf die klassische, aristotelische Unterscheidung zwischen sinnvoller und behauptender Rede zurück: „Jeder Satz hat einen Sinn [semantikós], aber nicht jeder zeigt etwas auf [apophantikós], sondern nur derjenige, der wahr oder falsch sein kann.“[6]

In der Scholastik und von Immanuel Kant wurden Urteile nach ihrer auf Wirklichkeit und Wahrheit bezogenen (alethischen) Modalität[7] eingeteilt in:[8]

  1. problematische (eine Möglichkeit ausdrückende z. B. es ist möglich, dass S P ist)
  2. assertorische (die Wirklichkeit behauptende z. B. es ist in der Tat so, dass S P ist)
  3. apodiktische (eine logische Notwendigkeit meinende z. B. es ist notwendigerweise so, dass S P ist)

Assertorische Sätze sind Sätze, „in denen ohne jeden Zusatz etwas als wahr behauptet oder geleugnet wird“.[9]

S = Subjekt; P = Prädikat

In der Terminologie der Urteilslehre der klassischen Logik sind assertorische Urteile „Urteile, in denen behauptet wird, dass der Prädikatsbegriff dem Subjektbegriff tatsächlich zukommt oder nicht zukommt (Form: S ist P oder S ist nicht P)“.[10]

Jede Verwendung eines assertorischen Satzes, sei dieser affirmativ oder negativ, ist eine Behauptung.[11] Manchmal wird unter assertorischer Satz auch nur der bejahende Behauptungssatz (miss-)verstanden. „Die Sätze „p“ und „¬ p“ haben entgegengesetzten Sinn, aber es entspricht ihnen eine und dieselbe Wirklichkeit.“[12]

Wiktionary: Assertion – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  1. ↑ Helmut Rehbock: Assertion. In: Helmut Glück, Michael Rödel (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. Metzler Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-476-02641-5, S. 63
  2. ↑ Stein, Achim: Einführung in die französische Sprachwissenschaft. 3. Aufl. - Metzler, Stuttgart, Weimar 2010, S. 88; nach Helmut Rehbock: Assertion. In: Helmut Glück, Michael Rödel (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. Metzler Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-476-02641-5, S. 63 beruht die Bedeutung (3) auf einer "laxe[n] Redeweise".
  3. ↑ Bocheński, Formale Logik, 2. Aufl. (1962), S. 467
  4. ↑ Tugendhat, Wolf: Logisch-semantische Propädeutik. 1983, S. 127
  5. ↑ Zoglauer, Thomas: Einführung in die formale Logik für Philosophen. 1999, S. 21
  6. ↑ Aristoteles: De interpretatione, Kap. 4. Zitiert nach Tugendhat, Wolf: Logisch-semantische Propädeutik. 1983, S. 23
  7. ↑ Vgl. Prechtl: Modallogik. In: Metzler-Lexikon Sprache, 3. Aufl. 2005: assertorisch ist die „alethische Modalität eines Satzes, dass etwas wirklich wahr ist“
  8. ↑ Urteil. In: Regenbogen, Meyer: Wörterbuch der philosophischen Begriffe. 2005. Modalität. In: Schülerduden, Philosophie, 2. Aufl. 2002
  9. ↑ assertorisch. In: Regenbogen, Meyer: Wörterbuch der philosophischen Begriffe. 2005
  10. ↑ Spree: Assertorisch. In: Rehfus: Handwörterbuch Philosophie. 2003
  11. ↑ Tugendhat, Wolf: Logisch-semantische Propädeutik. 1983, S. 212 f.
  12. ↑ Wittgenstein: Tractatus 4.0621. Zitiert nach Brandt, Dietrich, Schön: Sprachwissenschaft, 2. Aufl. (2006), S. 81 Fn. 10