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Werk:Phaidon (Platon)/Anm.157

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157. Der ›δεύτερος πλοῦς‹ ist ein Terminus aus der Schiffahrt; wenn nicht genügend Wind zum Segeln da ist, muß gerudert werden. – Was damit gemeint ist, wird mi folgenden (99d-e) klar. Die ›erster Fahrt‹ bestünde darin, die Ursache unmittelbar zu erfassen, d.h. sie von der Natur, ohne eigene Anstrengung, vorgegeben zu bekommen. Das wäre der Fall, wenn die Ursache sinnlich, also durch Wahrnehmung aufzufassen wäre. Da sie aber offenbar nicht sinnlich ist, kann sie nur über die Vermittlung durch das Denken, mit eigener Anstrengung, gewonnen werden. Bezieht man die ›zweite Fahrt‹ auf das von Simmias in 85d gebrauchte Bild zurück, so wäre noch eine andere Art der unmittelbaren Ursachenerkenntnis denkbar: die unvermittelte göttliche Einsicht in die Weltzusammenhänge, die dem Menschen natürlich versperrt ist.