vorder
Erscheinungsbild
vor–der Adj. (heute nur mit Flexionsendung der vordere, ein vorderer); Wrtdtng: "vor / vorn / vorher … (ist) der"; "v
- ‘vorn, am Anfang befindlich’
- ahd. ford(a)ro
- (9. Jh., daneben, besonders obd., mit zusätzlicher Komparativendung
- ahd. ford(a)rōro, 9. Jh.,
- vgl. die Superlativform ahd. ford(a)rōsto, 8. Jh.),
- (9. Jh., daneben, besonders obd., mit zusätzlicher Komparativendung
- mhd. vorder ‘räumlich oder zeitlich vorausgehend, vornehmer, bedeutender, ansehnlich’,
- asächs. (substantiviert) forð(e)ro ‘Vorfahr’,
- mnd. vȫrder, vōrder ‘vorn, auf der rechten Seite befindlich, früher, vorhergehend’
- sind wahrscheinlich unmittelbar an die bei vor (s. d.) dargestellte (älter auch adverbiell gebrauchte) Präposition anzuschließen;
- in ihrem zweiten Wortteil ist dann das im Germ. nicht mehr produktive Komparationssuffix ie. -tero- zu sehen.
- Dagegen gehen die Adjektivbildungen
- asächs. furðiro ‘größer, vornehmer, rechts befindlich’,
- mnd. vȫrder, vürder ‘ferner, entfernter, weiter, künftig’ und
- aengl. furþra ‘weiter, entfernter, größer, höher’
- wohl eher auf die Steigerungsform des unter fort (s. d.) behandelten Adverbs zurück.
- In ältester Zeit ist die Substantivierung
- ahd. thie ford(a)ron (8. Jh.),
- mhd. frühnhd. die vorder(e)n,
- asächs. thea forð(e)ron (s. oben),
- mnd. de vȫrderen
- mit der Bedeutung ‘die Eltern, Ahnen, Vorfahren’ gebräuchlich; dazu
- ahd. thie altford(o)ron,
- mhd. fnhd. die altvordern,
- seit dem 18. Jh. wieder aufgenommen (empfohlen von Campe 1807).