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Werk:Apologia doctae ignorantiae/51

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Et ad alias conclusiones nihil dicere curavit praeceptor et sprevit ruditatem adversarii. Rogavi tamen, ut aliqua diceret ad hoc, quod adversarius impolluto ore ipsum miserum, pauperem, caecum et nudum intellectu iniuriose despicit. Ad quae praeceptor: «Omnia, quae de caecitate intellectus dicit, plane fateor.» Sed aiebat se excellere adversarium in hoc, quod se caecum sciebat.

Et ubi impingit Iesum dehonorari, aiebat praeceptor: «Non est haec Doctae ignorantiae intentio, ut Iesus dehonoretur, sed ut maior fiat in intellectu et affectu.» Sed adversarium loqui ostendit, quasi quis diceret, quod, si quis exaltatur in maxime publicam personam, ut sit rex regum et dominus dominantium, uti Christus exaltatur, – quod per hoc dehonoretur; et hoc dictum quisque dementis esse non ambigit.

Zu den anderen Schlüssen etwas zu sagen, bemühte sich der Meister nicht, da er die Roheit des Gegners verachtete. Dennoch bat ich ihn, etwas dazu zu bemerken, da der Gegner mit seinem ungeschliffenen Mund ihn als elend, arm, blind und geistlos zu unrecht verachte. Darauf meinte er: «Allem, was er über die Blindheit des Geistes sagt, stimme ich vorbehaltlos zu.» Darin aber, daß er seine Blindheit kenne, übertreffe er jenen.

Zu der Behauptung, daß Jesus entehrt werde, entgegnete der Meister: «Es ist nicht die Absicht der Docta ignorantia, Jesu Ehre zu vermindern, sondern vielmehr ihn größer werden zu lassen in Geist und Liebe.» Aber er zeigte, daß der Gegner so spricht, als ob jemand dann, wenn man einen berühmten Menschen aufs höchste erhöhen würde, so daß er der König der Könige und der Herr der Herren wäre (wie Christus erhöht wird), der Ansicht wäre, daß dieser Mensch dadurch entehrt werde; und niemand zweifelt, daß das die Ansicht eines Wahnsinnigen ist.◀▷