DG1G/Exkurs über Germanisch und Deutsch/02
▷Allein die Römer könnten jener Überlieferung zum trotz dennoch einen echtdeutschen Volksnamen aufgefaßt und ihrer Sprache assimiliert haben, so daß ihnen die Nebenbedeutung erst zufällig begegnet wäre, unfern von Germanus zu liegen schiene unser altertümliches Irman, Erman, Herman[1] ags. Eormen, Geormen das in frühen Sprachdenkmalen noch eine gewisse allgemeine und heilige Bedeutung verrät, und gar nicht mehr für sich, bloß in der Kompositum als Überbleibsel der Vorzeit da steht auffallend gemahnen irmingot, irminman, irmindiot, irminsul, zumal in den eigennamen lrmanrih, Irmanperaht u. a. m. an die ähnlichen diotgot, Diotrih, Diotperaht; das Präfix irman- verstärkt wie diot. Nur muß zugegeben werden, wenn Analogie zwischen Germanus und Erman stattfand, daß sie weder die Römerin Herminones, Hermunduri, Arminius irgend bemerkten, noch die Deutschen hernach in Germanus merkten, in keiner deutschen Sprache, so weit wir sie kennen, zeigt sich Erman, Irman je als Stammname; auch die älteste Poesie ist, von jenen Zusammentzungen abgesehn, des Wortes uneingedenk[2]. die Herminones, wegen der schwachen Form, dürfen nicht unmittelbar angeschlagen werden, und ihre Lage bleibt unentschieden. Unter das Volk ist die römische Benennung Germanus nimmer gedrungen.