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DG1G/Exkurs über Germanisch und Deutsch/19

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Die Geschickte macht uns mit den Eigentümlichkeiten der alten wie der neuen Sprache bekannt.

Je weiter wir zurückgehn desto größer ist noch ihre sinnliche Gewalt. Die alte Sprache ist rein, voll und woltönend in ihren Lauten, ohne das Rauhe und Harte irgend zu scheuen, hat sie Milde und Weichheit; ihre Biegungen und Gelenke sind manigfalt, frisch und schwungkräftig; in der Syntax zeigt sie freie, leichte Bewegungen, deren Anmut und Kühnheit überraschen; ein außerordentlicher Wortvorrat bietet unabgenutzte Wurzeln dar in fast vollständiger Entfaltung. Man kann diese innere, leibliche Stärke der alten Sprache vergleichen dem scharfen Gesicht, Gehör, Geruch der Wilden, die einfach in der Natur leben und sich gesunder, behender Gliedmaßen erfreuen. Es waltet überhaupt mehr unbewuste Kraft als verbraucht wird, und manches Geheimnis, nach dem niemand fragt; zwischen den Gesetzen der Laute und Flexionen besteht noch ein wunderbarer Zusammenhang, den bloß der unempfundne Gebrauch erhält.◀▷