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DG1G/Exkurs über Germanisch und Deutsch/18

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Unter den Völkern romanischer Zunge gibt der Italiener dem Deutschen seinen rechten namen Tedesco; gewiß von früh an, und wäre hier wieder ein Gegensatz zwischen Langobarden und Franken waltend? Der Franke in Gallien, als er selbst sein Theodisc verscherzt hatte, unterschied Anfangs zwischen Aleman und Tyois, dem ober und niederrheinischen Nachbar, ließ aber zuletzt Allemand die oberhand gewinnen, französischen Brauch befolgte der Spanier. Wie im alten Byzanz Franke an den Platz von Germane getreten war (s. 10), behauptete es späterhin in jener Gegend und zum Teil im Orient noch größere Ausdehnung. Altn. Quellen haben aber oft Saxland in der Bedeutung von Germania oder Deutschland[1], dort war der Sachse, wie in Gallien der Alamann nächster Nachbar; daher erklärt sich das finnische Saxa, Saxaläinen für Germanus, selbst dem Zigeuner heißt der Deutsche Sasso, Schasso. Dem Litthauer Wůkietis, dem Letten Wahzis, Wahzeets; für Deutschland gilt litth. Wůkie, Wokie außer jenem Tauta, lett. Wahzsemme. Der Slave nennt den Deutschen Njemetz (serb. Nijematz, Nematz, poln. Niemiec, sloven. Nemiz, böhm. Nëmec) was sich aus njemoi, poln. niemy, böhm. nëmy d. i. mutus, elinguis, der nicht mitredet, erklären läßt, und in das unger. Nemett walach. Némtz eingegangen ist. Also hätten die Slaven unsre Benennung in ihrer eignen Sprache geschöpft, wie die Römer Germanus, falls es germanus war. Die Neugriechen haben Γερμανός behauptet oder hergestellt, die Engländer ein gelehrtes German wieder eingeführt, während ihnen Dutch bloß den Niederländer bezeichnet. Geben die Spanier der Zigeunersprache den namen Germania, germanesco in dem Sinn unseres Rotwelsch? Beides will nur den Begriff des völlig fremden und unverständlichen ausdrücken[2]. Und nennt der Unger den ihm fremden Slaven Tot wieder mit unserm namen? sind nicht auch Hnnne und Avar verkehrt, mit den Begriffen von Riese und obor gemischt worden?


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  1. ↑ 1) fornmannasögur XII, 345. auch in den friesischen Quellen Saxa für Deutscher gesetzt (Richthofen 149. 150.) Da nun im Norden der Deutsche nicht selten von seiner Lage bloß der Südliche (Sûðrœnn, Sunnmaðr genannt wird, so ist bemerkenswert daß in einem Eddalied ein Anführer oder Priester der Deutschen (Sunnmanna gramr) den eigennamen Saxi führt (Sacm. 237. 238.)
  2. ↑ 2) vgl. vorhin s. 19, und die franz. Benennung jargon, ital. gerigonza.