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DG1G/Exkurs über Germanisch und Deutsch/27

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Dem Volksdialekt ist einiges eigen was unserer Schriftsprache abgeht, traulich und wanglos schmiegt er sich mit voller Sicherheit an die Vorstellungen, welche er auszudrücken hat; nicht selten stehn ihm auch gefällige Formen neben rauhen und derben zu Gebot, er hat einzelne, der höheren Sprache längst aufgegebne tilgenden des Altertums bewahrt, dafür aber im großen, wie jene, niemals gewonnen, es gebricht ihm an Adel, würde und regelnder Einstimmung; da wo der Gedanke die Sprache bald fesseln, bald lösen, aber mit sich fortführen soll, wird die Vulgärsprache ohnmächtig. Sie hält nach dem was vorhin über den Gegensatz alter und neuer Sprache gesagt wurde, eine Art Mitte zwischen beiden, von dem Wohllaut der alten Formen besitzt sie, wie zufällig, kleine Teile, hat aber den Keim zur Veredlung eingebüßt, der in den Dialekten des Altertums gelegen war; es ist einiges von der größeren Gewandtheit des neuen Ausdrucks zu ihr eingedrungen, nur daß sie deren nicht vollkommen mächtig noch recht deutlich sich bewußt wird, sie steht also gegen die Eigentümlichkeit beider Erscheinungen zurück, und ist immer im verlieren begriffen.


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