DG1G/Von den Vokalen/05
▷Die organische Dreiheit der kurzen Vokale lautet a, i, u, oder um sie richtiger aufzufassen, so daß aus dem a als der Quelle und Mitte aller Vokallaute einerseits der Tiefpunkt u, andrerseits der höchste Gipfel i entspringt
i a u
was noch sinnlicher dargestellt ist
Aus der Brechung zwischen a und i wird e, zwischen a und u wird o, und das Verhältnis erfüllt sich:
E und i sind die hohen, hellen, o und u die tiefen, dunkeln Vokale, zwischen welchen a die Mitte hält, unrein gesprochen aber dort in ä , hier in å ausweicht[1]. Nur die drei grundvocale a i u sind brechbar, die gebrochnen e und o keiner neuen Brechung fähig.
Auf seinen beiden Enden, dem Gipfel i und dem Abgrund u, grenzt der Vokalismus an den Konsonantismus. Die Halbvokale j und v entwickeln sich[2], bei der Mitte a ist kein solcher Halbvokal denkbar.