DG1G/Von den Vokalen/18
▷Für beide einander entgegengesetzte Erklärungen scheinen achtbare Gründe zu streiten: dort ist die anfängliche, nachher verdunkelte Einwirkung der Endungen auf den Lautwechsel, hier der klarwaltende Erguß der Laute aus dem Herzen der Konjugation durch die ganze Sprache von Gewicht. Wenn Verba die Wurzeln aller Wörter sind, so begreift sich diese von ihrem Mittelpunkt ausgehende Gewalt sehr gut. Es wäre doch seltsam, daß die vereinzelten Nachwirkungen der Gunaregel im Griechischen sich gerade auch in die Konjugation geflüchtet hätten, wo sie sich eben so wenig als unser Ablaut phonetisch deuten lassen? Soll die dynamische Beziehung des Ablauts etwas jüngeres in der Sprache sein, würde sie nicht, gleich jenem Umlaut immer vorschritte getan haben? wir gewahren aber, so weit die Geschichte unsrer Sprache aufsteigt, umgekehrt, daß die starken Verba beständig abnehmen, und daß überall die früher reinen Ablautsverhältnisse in Stocken und Verwirrung geraten.