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GDSG/Zeitalter und Sprachen/19

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Aes aeris steht für aes aesīs, wie goth. ais aizis zeigt, und in êr eir âr ore schreitet die Wandlung des -s- in -s- noch weiter vor; nhd. Erz, mhd. erze, ahd. aruzzi scheint bloße Weiterung von êr mit Vokalkürzung und dem vorwiegenden Sinn von rūdus Erzschlacke, trad. juvav. 132[1]: ad flatum ferri quod aruzi dicitur[2]; in diesem Sinn bedeutet uns Erz jedes Metall (ir. men, mianach). Aes und ais sind aber das skr. ajas mit der Bedeutung ferrum, welche nicht zweifeln läßt, daß aus goth. ais im Ablautsverhältnis auch die Fortbildung eisarn hervorgeng, ein Fingerzeig, bei den Deutschen müsse Bronze allerdings früher im Gebrauch gewesen sein als Eisen; umgekehrt ist das lateinische ferrūmen (jūnctūra metalli, Erz?) entsprossen aus ferrum. wie nun ahd. îsan, mhd. isen, nhd. eisen ihr -r- der zweiten silbe, stoßen iron und iarn das vordere -s- aus, so daß iarn den keltischen formen iaran, haiarn an die seite tritt. Schwerer scheint ein Urteil über ferrum, das im sp. hierro gleichfalls dem haiarn und iarn ähnlich wird. Sonst entspringt lat. -rr- aus -rs-: turris τύῤῥις aus τύρσις, porrō πόῤῥω aus πόῤσω, torreō aus torseo goth. þairsa, erro aus erso goth. airzja, ἄῤῥην aus ᾰ̓́ρσην, currō aus cursō, terra wahrscheinlich aus tersa, Trockenland gegenüber dem Wasser. Ferrum für fersum = fesrum würde eísarn îsarn (isran bei Graff 1, 490) erreichen und der Anlaut f- schiene erklärbar aus h- in haiarn houarn, oder im ahd. hîsin für îsin, wobei wieder sp. hierro in Anschlag kommt, vielleicht alban. chekure. Selbst die zweiten Silben des roman. irom, walach. aram fordern auf ferrum heranzuziehen, doch das bask. burnia ließe an ferrum f. fernum denken, wer aber beide Deutungen verwirft könnte in ferrum das f- wie in fel = χολή Galle nehmen und gar auf sl. sheljezo gelangen. Bask. urraida scheint fortgebildet aus urrea aurum, ähnlich dem eisarn aus ais, was durch ciraida stannum aus cirarra cilarra bestärkt wird.


◀Aes aeris steht für aes aesis, wie goth. ais aizis zeigt, und in êr eir âr ore schreitet die wandlung des S in R noch weiter vor; nhd. erz, mhd. erze, ahd. aruzi scheint blosze weiterung von êr mit vocalkürzung und dem vorwiegenden sinn von rudus erzschlacke, trad. juvav. 132: ad flatum ferri quod aruzi dicitur; in diesem sinn bedeutet uns erz jedes metall (ir. men, mianach). aes und ais sind aber das skr. ajas mit der bedeutung ferrum, welche nicht zweifeln läszt, dasz aus goth. ais im ablautsverhältnis auch die fortbildung eisarn hervorgeng, ein fingerzeig, bei den Deutschen müsse bronze allerdings früher im gebrauch gewesen sein als eisen; umgekehrt ist das lateinische ferrumen (junctura metalli, erz?) entsprossen aus ferrum. wie nun ahd. îsan, mhd. isen, nhd. eisen ihr R der zweiten silbe, stoszen iron und iarn das vordere S aus, so dasz iarn den keltischen formen iaran, haiarn an die seite tritt. Schwerer scheint ein urtheil über ferrum, das im sp. hierro gleichfalls dem haiarn und iarn ähnlich wird. sonst entspringt lat. RR aus RS: turris rigoig aus rigois, porro óóów aus ooow, torreo aus torseo goth. pairsa, erro aus erso goth. airzja, oory aus "gony, curro aus curso, terra wahrscheinlich aus tersa, trockenland gegenüber dem wasser. ferrum für fersum = fesrum würde eisarn îsarn (isran bei Graff 1, 490) erreichen und der anlaut F schiene erklärbar aus H in haiarn houarn, oder im ahd. hîsin für îsin, wobei wieder sp. hierro in anschlag kommt, vielleicht alban. chekure. selbst die zweiten silben des roman. irom, walach. aram fordern auf ferrum 11 heranzuziehen, doch das bask. burnia liesze an ferrum f. fernum denken, wer aber beide deutungen verwirft könnte in ferrum das F wie in felzod galle nehmen und gar auf sl. sheljezo gelangen. bask. urraida scheint fortgebildet aus urrea aurum, ähnlich dem eisarn aus ais, was durch ciraida stannum aus cirarra cilarra bestärkt wird.▷

  1. ↑ Grimm Wörterbuch erz:'"woher nun die weitere, einen linguallaut anhängende, der hochdeutschen mundart eigenthümliche wortform? ahd. aruz, aruzi, erezi, aerezi, metallum, ferrum, rudus, aes; die trad. juvavienses 132 haben: ad flatum ferri, quod aruzi dicitur, und Aruzapah, Arizpërc, Arizgrefti, Arizgruoba (Förstemann 2, 104. 105) sind lauter ortsnamen metallischen betriebs. mhd. gilt ërze (: hërze, kërze, smërze, gehërze s. l. Georg 3900), nhd.erz, zuweilen ärz, im 16. 17 jh. häufig auch erzt, ertzt (belege folgen nachher besonders) mit geschärfter lingualis. der teutonista schreibt ertze minera, ein nnl. erts wurde vielleicht aus dem hd. entlehnt. aruz, aruzi läszt sich nicht geradezu aus goth. ais, ahd. êr ableiten, selbst wenn man âruz, âruzi = aeruzi, êrezi und mhd.ërze gekürzt aus êrze (etwa wie hërre aus hêrre) annähme, übergang der bedeutungen rudus, glarea in die von aes begriffe sich. wie hätte êrezi auf gothisch zu lauten, aizati, aizuti? kaum. anklang des hebr. arez, erez terra, des zend. erezatam silber = skr. raǵata, lat. argentum liefe wol, da wir ahd. z hier in goth. t auflösen müssen, auf teuschung hinaus. kühn schiene es, mit abwurf des a, aruzi = rudus zu setzen, goth. aruti?, wodurch ihm êr = ais fremd würde, vgl. 4 am schlusz."
  2. ↑ "zum Eisenstoß, der Aruzi genannt wird"