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GDSG/Zeitalter und Sprachen/25

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷In den Gehalt der Wurzeln zu dringen ist überhaupt kein leichtes Geschäft, und hier liegen lauter allgemeine, auf die Wörter bald zu übertragende Begriffe des Glanzes, der Farbe nah. Zwar ὰργύριον und argentum führen sich bestimmt zurück auf ᾰ̓ργός, ir. arg, wie skr. radŝata und andere Namen des Silbers weiß, des Goldes gelb ausdrücken. Bedenklicher scheint die versuchte Herleitung von sidubras aus skr. svêta abhra (weiß gold) oder von σίδηρος aus skr. svéd sudor, obgleich wir schweißen für Schmieden des Eisens (jenes ferruminare) verwenden und ein Mythos Eisen aus Blut entstehen läßt. Doch śvêta albus, zend spenta, sl. svent leuchtend mag immer verwandt liegen, auch sidus sideris leuchtendes Gestirn. Χρύσος (für χέρυσος) wird gestellt zu skr. hiranja [Benfey Pantsch. 1, 6', zend. zara zaranja, pers. zer, wogul. zorni, syriän. zarni[1], die alle Gold bedeuten und dazu skr. hari gelb, harit grün verglichen; ich zaudere goth. hairus, alts. heru (ensis) in betracht zu nehmen. auch lett. selts kann neben selt virere, sl. zlato neben zelen viridis zu stehn kommen, lat. viridis für quiridis unmittelbar harit und -χρ- in χρύσος erreichen. Wären χρύσος und χλωρός verwandt, so dürfte χαλκός herantreten, wie zwischen selts und dselse nähe vorbricht; für unser Gold aber böten sich deutsche Wörter mit gl- und dem Gegrif des Glanzes dar[2]. Läge die nemliche Vorstellung in der Wurzel, welcher aes aurum Eisen entstammen, (und unser is, eis glacies verbürgt es) würde ich mich sträuben wider die Deutung von ajas aus ajamas unzähmbar.

◀In den gehalt der wurzeln zu dringen ist überhaupt kein leichtes geschäft, und hier liegen lauter allgemeine, auf die wörter bald zu übertragende begriffe des glanzes, der farbe nah. zwar dozigiov und argentum führen sich bestimmt zurück auf άgyós, ir. arg, wie skr. radŝata und andere namen des silbers weisz, des goldes gelb ausdrücken. Bedenklicher scheint die versuchte herleitung von sidubras aus skr. svêta abhra (weisz gold) oder von oidoog aus skr. svéd sudor, obgleich wir schweiszen für schmieden des eisens (jenes ferruminare) verwenden und ein mythus eisen aus blut entstehen läszt. doch sveta albus, zend spenta, sl. svent leuchtend mag immer verwandt liegen, auch sidus sideris leuchtendes gestirn. zooos (für zéovoog) wird gestellt zu skr. hiranja [Benfey Pantsch. 1, 6', zend. zara zaranja, pers. zer, wogul. zorni, syriän. zarni, die alle gold bedeuten und dazu skr. hari gelb, harit grün verglichen; ich zaudere goth. hairus, alts. heru (ensis) in betracht zu nehmen. auch lett. selts kann neben selt virere, sl. zlato neben zelen viridis zu stehn kommen, lat. viridis für quiridis unmittelbar harit und XP in χρυσος erreichen. wären χρύσος und χλωρός verwandt, so dürfte zazzóg herantreten, wie zwischen selts und dselse nähe vorbricht; für unser gold aber böten sich deutsche wörter mit GL und dem begrif des glanzes dar. Läge die nemliche vorstellung in der wurzel, welcher aes aurum eisen entstammen, (und unser is, eis glacies verbürgt es) würde ich mich sträuben wider die deutung von ajas aus ajamas unzähmbar.▷

  1. ↑ Reinhart Fuchs s. CCVIII sarn f. îsarn; aber damit gienge eisarn: ais verloren.
  2. ↑ Edda Saem. 187b it gialla gull, das klingende, aber giallr stimmt nicht unmittelbar zu gulb und gleich schwach sind die Ansprüche von gelb oder galle. Miklosich stellt zlato zu zrjeti videre, das ursprünglich splendere bedeutet habe. Jenem zara vergleicht er zarja aurora und auch aurora fällt zu aurum, litth. auszra fast zu auksas.. steht aurora für ausosa skr. uschas, gr. nos für noos? noch unser Spruch legt der Morgenstunde Gold in den Mund.