GULR/Einleitung/11/6
Erscheinungsbild
Die alte Sprache, die deutsche wie lateinische, scheint mehr die aufgelösten Formen geliebt zu haben, daher viele Wörter zweisylbig waren und aus Stamm- und Nachschlagsylbe bestanden, welche jetzt bei uns einsylbig sind. Dies zeigt sich schon in eigenen Namen
- Karol–us Karl,
- Am-sium Ems,
- Theotisci Teutische, Teutsche.
Ebenso
- Senap – Senapi – Senf,
- kalit, gelidus, kalt;
- ferōx frech,
- valid (ge)walt-ig,
- calamus Halam - Halm,
- fluvius Fluss.
Von vielen Wörtern warf die lateinische Sprache den Vocal der ersten, die deutsche. den der zweiten Sylbe fort und endete in einen Consonanten; so ward aus dem alten fora ( Outfried) oder faura (Ulphilas) beim Lateiner prae, beim Deutschen vor, beim Engländer for; ebenso ging fora und furi in pro und per, und das Deutsche für über; so ward aus dem deutschen Krebs – écrevisse.[1]
- ↑ Berichtigung S. 32. Z. 6.