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KÜZKDWH/16

aus AufEinWort, der freien Forschung

▶Transzendentale Wahrheitstheorien sind nicht allein im Sinne einer transzen­dentalen Kritik möglich. Schon bei Platon, Aristoteles, selbst bei Parmenides finden sich transzendentale Überlegungen zur Wahrheitsproblematik[1], und bei Fichte, Husserl oder Heidegger[2] werden kantische Gedanken aufgegriffen und kritisch fortentwickelt. Gemeinsam ist transzendentalen Ansätzen die Frage nach den Möglichkeitsbedingungen von Wissen, sofern es wahres Wissen sein soll, und die dazu komplementäre Frage nach den Bedingungen der Möglichkeiten alles Seienden, sofern es als wahr erkannt werden soll. Wahrheit gilt hier als das Telos von Wissen, als die Aktualisierung dessen, was das Seiende und das Bewußtseiende an ihnen selbst sind. Der fundamentale Gegensatz zur Wahrheit ist nicht die Falschheit, sondern das Verschlossensein, das Verborgen­ sein dessen, was ist.

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Einzelnachweise

  1. ↑ Zu Platon: vor allem Politeia 504 a fi., 514 a ff.; zu Aristoteles: Metaph. Buch Λ; zu Parmenides: fr. 1ff.
  2. ↑ Zu Fichte sind die verschiedenen Ausarbeitungen der Wissenschaftslehre, aber auch die Transzendentale Logik u. a. heranzuziehen, zu Husserl die Logischen Untersuchungen (41928) VI; Formale und transzendentale Logik (1929); zu Heidegger: Sein und Zeit, Tübingen (101963) § 44; Vom Wesen der Wahrheit (41961).