KÜZKDWH/28
▶Man könnte das für die Argumentation verwandte Sprachsystem als einen Konsens interpretieren, der immer schon, wenn wir argumentieren, „hinter unserem Rücken“ stattgefunden hat. Allerdings folgt aus dieser Interpretation noch nicht, daß Habermas’ Diskurslogik eine Konsensustheorie der Wahrheit begründet. Denn Habermas sieht das Sprachsystem als Resultat von gattungsgeschichtlichen Bildungsprozessen, die es diskursiv zu überprüfen gilt. Außerdem drücken für ihn die Grundprädikate bewährter Begründungssprachen kognitive Schemata aus, die sich in Auseinandersetzung des Persönlichkeits- und des Gesellschaftssystems mit der Natur herausbilden. Wenn man diese mit Berufung auf Piaget vorgenommene materialistische Deutung anerkennt und die Auseinandersetzung mit der Natur als Arbeit bezeichnet, die von Auseinandersetzungen der Menschen untereinander, die von genuinen Kommunikations- und Interaktionsprozessen abzuheben sind, dann ist der Hintergrundkonsens die Folge von nicht-kommunikativen, von gattungsgeschichtlich relevanten psychischen und sozialen Arbeitsprozessen. Nicht die naturwüchsige Herkunft, sondern allenfalls die diskursive Überprüfung des Sprachsystems kann eine Konsensustheorie begründen.
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