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WTH/Drei Vorfragen/14

aus AufEinWort, der freien Forschung

▶Von Informationen sagen wir, daß sie zuverlässig (oder unzuverlässig) sind. Die Zuverlässigkeit einer Information bemißt sich an der Wahrscheinlichkeit, mit der aus dieser Information abgeleitete Verhaltenserwartungen (in Handlungszusammenhängen) erftült werden. Es mag sein, daß wir die pragmatische Beziehung zwischen Kognition und Erfahrungsgegenständen mit Hilfe des Korrespondenzbegriffs explizieren können (obgleich dabei nicht übersehen werden darf, daß Objektivität der Erfahrung in allgemeinen subjektiven Bedingungen der Möglichkeit von Erfahrung begründet ist). Wahrheit hingegen ist keine Eigenschaft von Informationen, sondern von Aussagen. Sie bemißt sich nicht an Prognosewahrscheinlichkeiten, sondern an der eindeutigen Alternative, ob der Geltungsanspruch von Behauptungen diskursiv einlösbar oder nicht einlösbar ist. Wahr nennen wir Aussagen, die wir begründen können. Der Sinn von Wahrheit, der in der Pragmatik von Behauptungen impliziert ist, läßt sich erst hinreichend klären, wenn wir angeben können, was "diskursive Einlösung" von erfahrungsfundierten Geltungsansprüchen bedeutet. Genau dies ist das Ziel einer Konsensustheorie der Wahrheit.

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