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WTH/Drei Vorfragen

aus AufEinWort, der freien Forschung
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Bevor ich auf Wahrheitstheorien, insbesondere auf zwei von ihnen, nämlich auf die Korrespondenz- und die Konsensustheorie der Wahrheit eingehe, möchte ich einige Vorfragen klären.

Anm. KF

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  1. ↑ "Fakten sind das, was Aussagen, wenn sie wahr sind, aussagen; sie sind nicht das, worum es in Aussagen geht. Sie werden nicht, wie Dinge oder Ereignisse auf der Erde, bezeugt, gehört oder gesehen."
  2. ↑ "Die Dinge, Personen usw., auf die Bezug genommen wird, sind das materielle Korrelat des verweisenden Teils der Aussage; die Qualität oder Eigenschaft, die der Referent angeblich ›besitzt‹, ist das pseudomaterielle Korrelat seines beschreibenden Teils; und die Tatsache, der die Aussage ›entspricht‹, ist das pseudomaterielle Korrelat der Aussage als Ganzes."

Einzelnachweise

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  1. ↑ Dies ist natürlich keine hinreichende Charakterisierung der semantischen Wahrheitstheorie. Vgl. A. Tarski: The Semantic Conception of Truth. In: H. Feigl u. V.Sellars (Hrsg.): Readings in Philosophical Analysis. New York 1949. Dazu kritisch E. Tugendhats Rezension in: Philosophische Rundschau 8, H. 2/3, S. 131–159. Die nach meiner Kenntnis subtilste Interpretation gibt W. Sellars: Truth and Correspondence. In: Science, Perception and Reality. London 1663. 197–224. Auch ihn trifft jedoch das Gegenargument, daß durch die logische Übereinstimmung des Sinnes eines metasprachlichen mit dem Sinn eines objektsprachlichen Satzes die pragmatische Bedeutung der "richtigen Wiedergabe" von Sachverhalten in Aussagen verfehlt wird. Vgl. dazu C. F. v. Weizsäcker: Die Einheit der Natur. München 1971. S. 336 ff. Zuletzt E. Scheibe: Wissenschaft und Wahrheit. In: Zschrft. Gymnasium 8o. Jg. 1973. H. 12, S. 56 ff., zu Tarski S. 70–72.
  2. ↑ P. F. Strawson: Truth. In: Analysis, Vol. IX $(1949), No. 6.
  3. ↑ J. L. Austin: Truth. In: Philosophical Papers. Oxford 1961. S. 117–133.
  4. ↑ P. F. Strawson: Truth. In: G. Pitcher (Hg.): Truth. Englew. Cliffs 1964. S. 32–53.
  5. ↑ Strawson, a. a. O., S. 33.
  6. ↑ J. R. Searle: Austin on Locutionary and Illocutionary Acts. In: The Philosophical Review, Vol. LXXVII (1968), No.4, ders.: Speech Acts. Cambridge 1969.
  7. ↑ F. P. Ramsey: Facts and Propositions. In: The Foundations of Mathematics. London u. New York 1951. Auszug abgedruckt in: Pitcher, a. a. O. (s. o. Anm. 4), S. 16 f. Vgl. auch G. Frege: Über Sinn und Bedeutung. In: Kleine Schriften. Göterscheinttingen.
  8. ↑ Dieser Umstand erklärt auch die Differenz zwischen Wahrheit/Falschheit und Affirmation/Negation. Ich verwende innerhalb einer prädikativen Aussage die Negation, um auszudrücken, daß ein bestimmtes Prädikat einem Gegenstand nicht zukommt. Die Negation bestimmt einen Sachverhalt, nicht die Aussage, mit der ich einen Sachverhalt negiere. Diese Aussage wiederum kann unwahr sein. Die Unwahrheit einer Aussage ist nicht die Negierung einer Aussage; nicht eine Aussage kann negiert werden, sondern ihr Wahrheitswert. Wenn ich aber den Wahrheitswert einer Aussage negiere, stelle ich eine diskursive Behauptung auf: ich behaupte, daß die Aussage ›p‹ falsch ist. Davon müssen wir wiederum die Negation unterscheiden, die sich auf den Vollzug des Sprechaktes selber bezieht: "ich behaupte nicht, daß p" ist offensichtlich nicht äquivalent mit "ich behaupte, daß ›p‹ unwahr ist."
  9. ↑ In: G. Pitcher, a. a. O. (s. o. Anm. 4), S. 35–43; vgl. a. P. F. Strawson: Individuals. London 1959. Kap. 5.
  10. ↑ Es kann verschiedene koextensive Beschreibungen desselben Ereignisses geben, die nicht synonym sind, z.B. "der Tod Caesars" und "die Ermordung Caesars"; aber die Tatsache, daß Caesar ermordet worden ist, können wir nur durch dieselbe Aussage wiedergeben – koextensive Aussagen, die nicht anonym sind, können nicht dieselbe Tatsache ausdrücken. Vgl. dazu P. Gochet: Esquisse d'une théorie nominaliste de la proposition. Paris 1972. S. 92 ff.
  11. ↑ Pitcher, a.a.O., (s. o. Anm. 4), S. 18.
  12. ↑ Ebenda, S. 37.
  13. ↑ Vgl. die Einleitung von K.-O. Apel zu der von ihm besorgten Ausgabe: Ch. S. Peirce: Schriften, Bd. r. Frankfun a. M. 1958.
  14. ↑ Die Konsensustheorie der Wahrheit sehe ich im Zusammenhang mit der normativen Grundlage einer Theorie der Gesellschaft und mit Begründungsproblemen der Ethik überhaupt. In dieser Dimension ergeben sich Beziehungen zu der philosophischen Anstrengung, die Walter Schulz in seinem Werk: Philosophie in der veränderten Welt, Pfullingen 1972, unternommen hat. Vgl. auch frühere Arbeiten: Neue Wege und Ziele in der Philosophie. In: lJniversitas 17 (1962), H. 10; ders.: Wandlungen des Wirklichkeitsbegriffs. In: Universitas 20 (1965), H. 6.

Übersetzungen

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  1. ↑ Übs. "Dass ich etwas sage, ist sicherlich eine Episode. Was ich sage, ist es nicht. Wir erklären Letzteres, nicht Ersteres, für wahr."