Werk:Apologia doctae ignorantiae/27
▷Legi post hoc, quomodo hanc partem, qua linqui sensibilia mandantur in docta ignorantia, ut ad incomprehensibile perveniatur, ex eo reprehendit, quasi hoc sit contra ea, quae Sapientiae tertio decimo capitulo leguntur, scilicet a magnitudine speciei creaturae cognoscibiliter posse creatorem videri. Quod nihil obesse proposito aiebam. Nam cum non sit proportio creaturae ad creatorem, nihil eorum, quae creata sunt, speciem gerit, per quam creator attingi possit. Sed a magnitudine speciei et decoris creatorum ad infinite et incomprehensibiliter pulchrum erigimur sicut ab artificiato ad magisterium, licet artificiatum nihil proportionale habeat ad magisterium; adiciendo, quomodo adversarius sua erubescentia merito confundi debuit, quando subsumpsit praeceptorem doctae ignorantiae repudiasse creaturas, quasi ad Dei cognitionem non proficiant, cum reperiat in ultimo capitulo primi libri Doctae ignorantiae sufficientissime declaratum omnem Dei culturam in affirmativis positionibus necessario fundari, licet docta ignorantia sibi iudicium veri retineat. Ex quo conclusi, quod hominis istius quisque perversum animum facile deprehendit et ruditatem intelligentiae, quando ait:
Darauf las ich, wie er den Abschnitt der Docta ignorantia, in dem empfohlen wird, das Sinnliche zu verlassen, um zu dem Unbegreiflichen zu gelangen, darum tadelt, weil er angeblich zu dem, was im 13. Kapitel des Weisheitsbuches zu lesen ist, nämlich, daß durch die Größe der Geschöpfe der Schöpfer erkannt werden kann, im Widerspruch steht. Darin liege, so sagte ich, kein Gegensatz. Denn da es keinen Verhältnisbezug des Geschöpfes zum Schöpfer gibt, trägt keines von den Geschöpfen eine Eigengestalt, durch die der Schöpfer erreicht werden könnte. Aber wir werden von der Größe der Eigengestalten und der Zierde der Geschöpfe zu dem unendlich und unfaßbar Schönen ausgerichtet wie vom Kunstwerk zum Künstler, obwohl das Kunstwerk kein Verhältnis zum Künstler hat. Der Meister fügte hinzu, daß der Gegner, als er ihm unterstellte, der Lehrer der wissenden Unwissenheit schätze die Geschöpfe gering, als ob sie der Gotteserkenntnis keinen Nutzen brächten, durch sein Schamgefühl hätte verwirrt werden sollen, wenn er im letzten Kapitel des ersten Buches der Docta ignorantia ausführlichst erklärt findet, daß alle Verehrung Gottes notwendigerweise in bestimmten Bejahungen begründet sei, wenn auch die wissende Unwissenheit sich das Urteil über das Wahre selbst zurückbehält. Daraus schloß ich, daß jeder Beliebige den verkehrten Geist dieses Mannes und die mangelnde Ausbildung seines Denkens leicht entdecken kann, wenn er sagt: ◀▷