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Werk:De docta ignorantia/212

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Hanc autem matrem talem virtute plenam, materiam ministrantem, [1] nemo dubitare debet cunctas virgines omni virtutis perfectione excessisse et inter omnes mulieres fecundas excellentiorem benedictionem habuisse. Ipsa enim, quae per omnia fuit ad tam excellentissimum unicum partum virginalem praeordinata, omnibus ex debito carere debuit, quae aut puritati aut vigorositati simul et unitati tam [2] excellentissimi partus obesse potuissent. Si enim praeelectissima virgo non fuisset, quomodo ad partum virginalem sine virili semine apta [3] fuisset? Si sanctissima et superbenedicta a Domino non fuisset, quomodo sacrarium sancti Spiritus, in quo Filio Dei corpus effingeret, facta fuisset? Si post partum virgo non remansisset, prius excellentissimo partui centrum maternae fecunditatis in sua suprema [4] perfectione limpiditatis non communicasset, sed divisive ac diminute, non ut tanto filio unico et supremo debuisset. Si igitur virgo sanctissima se totam Deo obtulit, cui operatione Spiritus sancti etiam omnem fecunditatis naturam penitus participavit, remansit in ipsa immaculata virginitas ante partum, in partu et post partum supra [5] omnem naturalem communem generationem incorrupta.

Niemand kann bezweifeln, daß diese so tugendreiche Mutter, die sich als Gestaltungsstoff darbot, alle Jungfrauen an Tugendfülle übertraf und unter allen fruchtbaren Frauen einen besonderen Segen empfangen hatte.

Sie, die durch alles zu dieser außergewöhnlichen und einzigen jungfräulichen Geburt vorbestimmt war, mußte von allem frei sein, was ihrer Reinheit, ihrer Kraft und auch der Einzigkeit dieser so überragenden Geburt im Wege gestanden hätte. Wäre sie nicht eine von allen vorerwählte Jungfrau gewesen, wie wäre sie dann zur jungfräulichen Geburt ohne männlichen Samen fähig gewesen? Wäre sie nicht die heiligste und vom Herrn über alles gesegnete gewesen, wie wäre sie zum Heiligtum des Heiligen Geistes gemacht worden, in dem er dem Sohn Gottes den Leib bildete? Wäre sie nach der Geburt nicht Jungfrau geblieben, dann hätte sie nicht vor dieser alles überragenden Geburt an der ganzen mütterlichen Fruchtbarkeit in ihrer höchsten Vollendung und Reinheit teilgehabt, sondern nur teilweise und beschränkt, also nicht so, wie es einem so einzigen und erhabenen Sohn gebührt hätte.

[p.457] Wenn sich also die heiligste Jungfrau Gott ganz hingab, und ihm durch das Wirken des Heiligen Geistes die ganze Fruchtbarkeit ihrer Natur uneingeschränkt darbot, dann blieb in ihr die unbefleckte Jungfräulichkeit vor der Geburt, in der Geburt, nach der Geburt unversehrt und erhaben über jede natürliche und gewöhnliche Geburt.== Einzelnachweise ==

  1. ↑ 134.25
  2. ↑ 134.30
  3. ↑ [p.135]
  4. ↑ 135.5
  5. ↑ 135.10