Werk:De docta ignorantia/242
Haec est vita aerumpnosa supra id, quod cogitari potest; quae ita est vita, ut sit mors; quae ita est esse, ut sit non esse; quae ita est intelligere, ut sit ignorare. Et quoniam in antehabitis probatum est, [1] quod supra omnem motum et tempus et quantitatem et cetera tempori subdita resurrectio hominum est, ita quod corruptibile in incorruptibile, animale in spirituale resolvitur, ut totus homo sit suus intellectus, qui est spiritus, et corpus verum sit in spiritu absorptum, ut non sit corpus in se, quasi in suis corporalibus quantificativis et [2] temporalibus proportionibus, sed translatum in spiritum, quasi contrario modo ad hoc nostrum corpus, ubi non videtur intellectus, sed corpus, in quo ipse intellectus quasi incarceratus apparet, – ibi vero corpus est ita in spiritu, sicut hic spiritus in corpore, et propter hoc [3] ut hic anima aggravatur per corpus, ita ibi corpus alleviatur per spiritum: hinc, ut gaudia spiritualia vitae intellectualis sunt ma|xima, [4] quae et ipsum corpus glorificatum in spiritu participat, ita infernales tristitiae spiritualis mortis sunt maximae, quas et corpus in spiritu recipit. Et quoniam Deus noster, qui apprehensus est vita aeterna, [5] est supra omnem intellectum comprehensibilis, tunc aeterna illa gaudia, omnem nostrum intellectum excedentia, maiora sunt quam ullo signo tradi possint.
Dies ist ein Leben, trübseliger als alles, was man denken kann: ein Leben, das als Leben Tod ist; als Sein Nicht-Sein; als Erkennen Nichts-Wissen.
[p.491] Im vorhergehenden wurde gezeigt, daß die Auferstehung der Menschen jenseits aller Bewegung, Zeit, Quantität und des übrigen, das der Zeit unterstellt ist, liegt, so daß das Vergängliche in Unvergängliches, das Tierische in Geistiges aufgelöst wird; daß der ganze Mensch sein Erkennen ist, das Geist ist, und der Körper wahrhaft im Geist aufgenommen wird; dann ist er nicht Körper in sich, in seiner körperhaften Ausdehnung und in seinen zeitlichen Proportionen, sondern in Geist übergeführt – wie im Gegensatz zu diesem unserem Körper, wo man nicht den Verstand sieht, sondern den Körper, in dem der Verstand eingekerkert erscheint; dort aber ist der Körper so im Geist, wie hier der Geist im Körper. Darum wird, wie hier die Seele durch den Körper beschwert, so dort der Körper durch den Geist erhoben. Wie daher von den geistigen Freuden des vernünftigen Lebens jene die größten sind, an denen auch der verherrlichte Körper im Geist teilhat, so ist jene höllische Traurigkeit des geistigen Todes, die auch der Körper im Geiste aufnimmt, die größte. Und weil unser Gott, der, wenn man ihn begriffen hat, das ewige Leben bedeutet, jenseits jeder Einsicht begreifbar ist, so sind auch jene, unsere ganze Einsicht übersteigenden, ewigen Freuden zu groß, um in irgendeinem Zeichen überliefert werden zu können.== Einzelnachweise ==