Werk:De docta ignorantia/263
Epistola auctoris
[1] ad dominum Iulianum cardinalem.
Brief des Urhebers an den Herrn Julian, Kardinal.
Accipe nunc, pater metuende, quae iam dudum attingere variis doctrinarum viis concupivi, sed prius non potui, quousque in mari me ex Graecia redeunte, credo superno dono a patre luminum, a quo omne datum optimum, ad hoc ductus sum, ut incomprehensibilia [2] incomprehensibiliter amplecterer in docta ignorantia, per transcensum veritatum incorruptibilium humaniter scibilium. Quam nunc in eo, qui veritas est, absolvi hiis libellis, qui ex eodem principio artari possunt vel extendi.
Brief des Autors
an den Herrn Kardinal Julianus
Empfange nun, ehrwürdiger Vater, was ich schon längst auf den verschiedenen Wegen philosophischer Systeme zu erreichen [3] mich bemühte, vorerst aber nicht zu erreichen vermochte, bis ich auf dem Meer, als ich von Griechenland zurückkehrte, dazu geführt worden bin – ich glaube durch ein Geschenk von oben, vom Vater des Lichtes, von dem alle gute Gabe kommt –, daß ich das Unbegreifliche unbegreiflicherweise in wissendem Nichtwissen erkennend umfasse, und zwar durch das Übersteigen der unauflöslichen Wahrheiten des menschlichen Wissens.
Diese habe ich mit Hilfe dessen, der die Wahrheit ist, in diesen Büchern, die nach demselben Prinzip gekürzt oder erweitert werden können, entwickelt.
KI
"Empfange nun, ehrwürdiger Vater, was ich schon lange in verschiedenen Wegen der Lehre zu erreichen begehrte, aber zuvor nicht konnte, bis ich, als ich vom Meer zurückkehrte, glaube, durch das übernatürliche Geschenk des Vaters des Lichts, von dem jedes gute Geschenk stammt, dazu geführt wurde, dass ich die Unbegreiflichen unbegreiflich umarmte in der gelehrten Unkenntnis, durch das Überschreiten der unzerstörbaren Wahrheiten, die für den Menschen erkennbar sind. Was ich jetzt in dem, der die Wahrheit ist, mit diesen Schriften vollendet habe, die aus demselben Prinzip eingekreist oder erweitert werden können."== Einzelnachweise ==