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Werk:De docta ignorantia/3

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Omnis igitur inquisitio in comparativa proportione facili vel difficili [1] existit; propter quod infinitum ut infinitum, cum omnem proportionem aufugiat, ignotum est. Proportio vero cum convenientiam in aliquo uno simul et alteritatem dicat, absque numero intelligi nequit. Numerus ergo omnia proportionabilia includit. Non est igitur [2] numerus in quantitate tantum, qui proportionem efficit, sed in omnibus, quae quovismodo substantialiter aut accidentaliter convenire possunt ac differre. Hinc forte omnia Pythagoras per numerorum vim | constitui et intelligi iudicabat. [3]

Alles Untersuchen besteht also in einer leichten oder schwierigen vergleichenden Verhältnisbeziehung. Deshalb ist das Unendliche als Unendliches, da es sich jeder Verhältnisbeziehung entzieht, unbekannt. Da die Verhältnisbeziehung in einem bestimmten Punkt zugleich Übereinstimmung und Anderssein aussagt, kann sie ohne Zahl nicht verstanden werden. Die Zahl schließt also jeden möglichen Verhältnisbezug ein; sie ist folglich nicht nur in der Quantität, die den Verhältnisbezug bewirkt, sondern in allem, was irgendwie an Grundsätzlichem oder von außen Hinzukommendem übereinstimmen oder sich unterscheiden kann. Daher kam wohl Pythagoras zu dem Urteil, daß alles durch die Kraft der Zahlen geordnet und erkannt werde.

Einzelnachweise

  1. ↑ [p.6]
  2. ↑ 6.5
  3. ↑ fol.1v