Werk:De ven. sap./103
103▷Unde cum superficies et corpus et quantitas continua et discreta seu numerus et qualitas et sensus et intellectus et caelum et sol et omnia quae facta sunt, non sint expertia magnitudinis, in ipsis omnibus possest – quam voco magnitudinem – est id quod sunt, [1] et nullum omnium. Est igitur coniuncte omnia et nihil omnium. Est etiam verum, quia magna magnitudine magna sunt. Tunc non convenit ei, quod posse fieri praecedit, nomen illud ‘magnitudo’, quod est nomen formae magnorum, cum non sit forma, sed absoluta formarum et omnium causa. Nullum igitur nomen ex omnibus, [2] quae nominari possunt, illi convenit, licet nomen suum non sit aliud ab omni nominabili nomine et in omni nomine nominetur, quod innominabile manet.
Übs. Sg.
Daraus folgt: Da die Oberfläche, der Körper, die kontinuierli- che und die diskontinuierliche Ausdehnung, oder auch die Zahl, die Qualität, die Sinneswahrnehmung, das Denken, der Himmel, die Sonne und alles, was geworden ist, nicht der Größe bar sind, so ist in ihnen allen das Können-Sein - so bezeichne ich die Größe - das, was sie sind, und ist zugleich keines von ihnen allen. Sie ist also gleichermaßen alles und keines von allem. Sie ist auch das Wahre, da die großen Dinge durch die Größe groß sind. Dann trifft für das, was dem Werden-Können voraufgeht, der Name ›Größe‹ nicht zu, welches der Name für die Form der großen Dinge ist. Sie ist ja nicht Form, sondern absolute Ur- sache der Formen und aller Dinge. Es trifft also kein Name aus der Gesamtheit derer, die man nennen könnte, auf die Ursache der Größe zu; mag gleichwohl ihr Namenicht verschieden sein von jedem Namen, den man nennen mag, und mag auch in jedem Namen das mit benannt werden, was unnennbar bleibt.
Übs. Dp.
Weil Oberfläche, Körper, zusammenhängende und getrennte Quantität oder Zahl, Qualität, Sinn, Vernunft, Himmel, Sonne und alles, das geworden ist, an der Größe teilhaben, ist in ihnen allen das Können-Ist – wie ich die Größe nenne –, das was sie sind und nichts von allen. Es ist zugleich alles und nichts von allem; es ist auch wahr, weil das Große durch die Größe groß ist. Weil es dem Werden-Können vorausgeht, kommt ihm der Name Größe, der ein Name der Form des Großen ist, nicht zu, denn es ist keine Form, sondern der absolute Grund der Formen und aller Dinge. Daher kommt ihm kein Name von allem, das genannt werden kann, zu, wenn auch sein Name jedem nennbaren Namen gegenüber nichts anderes ist. In jedem Namen wird genannt, was unnennbar bleibt.