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Werk:De ven. sap./20

aus AufEinWort, der freien Forschung

20▶Plato autem universalem omnium causam per ascensum de bono participato ad per se bonum venatus est hoc modo: Considerabat enim omnia entia, atque etiam nondum actu entia sed tantum potentia, participatione unius boni bona dici. Processus enim de [1] potentia in actum et omne actu exsistens non caret boni participatione. Maxime igitur tale, scilicet unum per se bonum, ab omnibus desideratur. Omne enim eligibile sub ratione boni est eligibile. Terminus igitur eligibilis et desiderabilis cum sit bonum, erit per se bonum omnium causa, cum omnia ad suam causam conversa ipsam appetant, [2] a qua habent, quicquid habent. Affirmabat igitur principium primum deum per se unum et bonum. Et principia aliorum, scilicet entis, vitae et intellectus et talium, nominabat ‘per se exsistens’, ‘per se vita’, ‘per se intellectus’ et principia causasque esse ipsius esse, vivere et intelligere.

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Übs. Sg.

Platon[3] aber erjagte die allgemeine Ursache von allem durch den Aufstieg von dem teilhaften Guten zum An-sich-Guten auf folgende Weise: Er zog in Erwägung, daß alles Seiende – auch das noch nicht wirklich Seiende, sondern nur in der Möglichkeit zum Sein Befindliche – vermöge der Teilhabe an dem einen Guten als gut bezeichnet wird. Der Fortgang von der Möglichkeit in die Wirklichkeit und alles wirklich Seiende entbehrt nicht der Teilhabe am Guten. Das in höchstem Maße Sobeschaffene, nämlich das eine an sich Gute, ist also für alles Ziel des Strebens. Alles Erstrebenswerte ist nämlich als ein Gutes erstrebenswert. Da also das Gute das erstrebte und ersehnte Ziel ist, so wird das an sich Gute die Ursache von allem sein, da alles sich zu seiner Ursache hinwendet und nach ihr strebt. Hat es doch von ihr, was es besitzt. Platon behauptete also als ersten Ursprung Gott, den an sich einen und guten. Und den Ursprüngen der anderen Dinge, nämlich des Seins, des Lebens, der Vernunft und ähnlicher Dinge, gab er die Bezeichnung »an sich seiend«, »Leben an sich«, »Vernunft an sich« und erklärte sie als Ursprünge und Ursachen des Seins, des Lebens und der Vernunft.

Übs. Dp.

Plato aber bemühte sich, den allgemeinen Grund aller Dinge durch den Aufstieg vom teilhabenden Guten zum Durch-sich-Guten auf folgende Weise zu erreichen: Er bedachte, daß alles Seiende, sowohl das Wirklich-Seiende als auch das Möglich-Seiende, auf Grund der Teilhabe an dem einen Guten gut genannt wird. Der Übergang von der Möglichkeit in die Wirklichkeit entbehrt nämlich ebenso wie alles in Wirklichkeit Existierende nicht der Teilhabe am Guten. Daher wird das, was am meisten ein solches ist, nämlich das Eine durch sich selbst Gute, von allen erstrebt, denn jedes Erwählbare ist in Hinblick auf das Gute erwählbar. Und weil das Ziel des Erwählbaren und Wünschenswerten das Gute ist, ist das durch sich Gute der Grund von allem. Alles ist auf seinen Grund gerichtet und erstrebt den, von dem es alles, was es hat, besitzt.

Er nannte also das erste Ursprungsprinzip den durch sich einen und guten Gott und die Ursprungsprinzipien der ändern, wie zum Beispiel des Seienden, des Lebens, des verstehenden Denkens und dergleichen mehr das Sein durch sich, das Leben durch sich, das Denken durch sich, und er behauptete, daß sie die Ursprünge und Gründe des Seins, des Lebens und des Denkens seien.

  1. ↑ Z.5
  2. ↑ Z.10
  3. ↑