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Werk:De ven. sap./55

aus AufEinWort, der freien Forschung

55▷Venatus sum praeterea in hoc campo indicibilem esse sanctorum spirituum perpetuam iocundissimamque domini laudationem. Qui quantum amant, tantum clamant, et quanto plus laudant, tanto et ipsi maiorem laudem assequuntur et ad infinite laudabilem propius [1] accedunt, licet numquam ad eius aequalitatem pertingant. Sicut enim finibile tempus non potest umquam ita augeri, quod fiat simile infinibili perpetuo, ita nec initiatum perpetuum potest umquam aequari inprincipiato aeterno. Sic nec perpetua rebellium spirituum dampnatio umquam temporalis finibilisque fiet. [2]

Qualem autem laudem homines perfecti, laudatores dei, consequantur, observantia semper servata docet, quae eos ad dei et sanctorum consortium exaltat et divinis prosequitur laudibus. Perfecti autem in excelsis deum laudant et, quae hanc laudem possunt impedire, abiciunt, uti est amor sui et mundi huius, et relegant [3] se ipsos, habituantes se in religione hunc impeditivum sui et mundi amorem mortificante, | imitantes magistrum veritatis, dei verbum [4] incarnatum, qui in dei laudem omnium terribilium terribilissimum, mortem scilicet turpissimam, voluntarie verbo et exemplo docuit subeundum. Quem infiniti martyres secuti morte vitam adepti sunt [5] immortalem, et hodie religiosi quam plurimi mundo mortui his dei laudibus vacantes perfecti dei laudatores esse contendunt.

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Übs. Sg.

Ferner war meine Jagdbeute auf diesem Felde die Erkenntnis, daß der fortwährende frohlockende Lobpreis des Herrn von seiten der seligen Geister sich jedem menschlichen Ausdruck entzieht. Ihr Lobpreis entspricht ihrer Liebe, und je mehr sie ihn loben, desto größeres Lob erlangen sie selbst und kommen dem unendlich Lobenswürdigen näher, ohne doch je ihm gleich zu werden. Wie man nämlich die begrenzbare Zeit niemals so ver- mehren kann, daß sie der grenzenlosen Dauer gliche, so kann man die Dauer, welche einmal begann, nie dem ursprunglosen Ewigen gleichmachen. So wird auch die dauernde Verdammung der aufrührerischen Geister niemals zeitlich und begrenzbar werden.

Welches Lob die vollkommenen Menschen erlangen, die Gott loben, das lehrt die stets gewahrte Ehrerbietung, die sie zur Gemeinschaft Gottes und der Heiligen erhebt und ihnen himmlisches Lob zukommen läßt. Die Vollendeten aber preisen Gott in der Höhe und legen ab, was hinderlich sein könnte bei diesem Lobpreis, die Selbstliebe und die Wertschätzung dieser Welt; sie verbannen sich selbst und beziehen Wohnung in einem Glauben, der diese hinderliche Selbstliebe und Weltschätzung ertötet; sie ahmen den Lehrer der Wahrheit nach, das fleischgewordene Wort Gottes, der in Wort und Beispiel die Lehre gab, daß man zum Lobe Gottes den Schrecken aller Schrecken, den allerschimpflichsten Tod, freiwillig auf sich nehmen müsse. In seiner Nachfolge haben unzählige Martyrer durch ihren Tod das ewige Leben erlangt, und heute bemüht sich eine Vielzahl von Ordensleuten um einen vollkommenen Lobpreis Gottes, indem sie der Welt absterben und für diesen Lobpreis Gottes sich freimachen.

Übs. Dp.

Außerdem habe ich in diesem Feld gefunden, daß das unaufhörliche und freudige Gotteslob der seligen Geister unsagbar sei. Wie sie ihn lieben, so preisen sie ihn auch, und je mehr sie ihn loben, um so mehr Lob erlangen sie selbst und nähern sich so immer mehr dem unendlich Lobenswerten, wenn sie auch niemals zur Gleichheit mit ihm gelangen. Denn so, wie die begrenzte Zeit niemals soweit vergrößert werden kann, daß sie der unbegrenzten Dauer ähnlich wird, so kann auch nicht das begonnene Dauernde jemals dem nicht begonnenen Ewigen angeglichen werden.

Ebensowenig kann auch die endlose Verdammnis der rebellischen Geister jemals zeitlich werden und ein Ende haben.

Welches Lob aber die Menschen erreichen, die Gott vollkommen loben, zeigt der stets beobachtete, ehrfürchtige Gehorsam, der sie zu der Gemeinschaft mit Gott und den Heiligen erhöht und ihnen himmlische Ehren bringt. Die zur Vollendung Gelangten aber loben Gott in der Höhe und tun alles von sich ab, was dieses Lob hindern könnte, wie die Eigenliebe und die Weltliebe, und weisen sich selbst zurück, indem sie auch ganz in den Glauben eingehen, der die hinderliche Eigen- und Weltliebe ertötet. Sie ahmen den Lehrer der Wahrheit, das fleischgewordene Wort Gottes nach, der zum Lobe Gottes den schrecklichsten der Schrecken, den schändlichsten Tod, freiwillig durch Wort und Beispiel auf sich zu nehmen lehrte. Ihm folgend erlangten unzählige Märtyrer durch den Tod unsterbliches Leben und auch heute streben die meisten Religiösen danach, für die Welt zu sterben und für das Gotteslob frei zu werden, um seine vollkommenen Sänger zu werden.


  1. ↑ Z.5
  2. ↑ Z.10
  3. ↑ Z.15
  4. ↑ fol.208v
  5. ↑ Z.20