Werk:TDPC/33.1
▷Bernardus: Capio te dicere velle quod viva fides, caritate scilicet formata quae facit quem Christiformem, illa implet defectum naturae et stringit quodammodo deum, ut quicquid in nomine Christi petierit assiduus orator, impetret. Confortatur ex spiritu fidei concepto in spiritu nostro ipse spiritus noster secundum mensuram fidei, sicut spiritus visivus oculi caeci nati tenebrosus et impotens spiritu fidei Christi sanatus et confortatus sibi prius invisibile vidit.
BERNH: Ich fasse es so, daß du sagen willst, der lebendige, nämlich der durch die Liebe geformte Glaube[1], der den Menschen christusförmig macht, fülle den Mangel der Natur auf[2] und binde in gewisser Weise Gott[3], so daß, was immer der beharrliche Beter im Namen Christi erflehen mag, er erlange[4]. Aus dem in unserem Geist empfangenen Geiste des Glaubens wird nach Maßgabe des Glaubens[5] unser Geist gestärkt, wie der schattenhafte und unvermögende Sehgeist des Auges des Blindgeborenen durch den Geist des Glaubens an Christus geheilt und gestärkt das ihm früher Unsichtbare sah.
Bernhard: Ich verstehe Dich dahingehend: daß du sagen willst, daß der lebendige, durch die Liebe gebildete Glaube, der jeden christusähnlich macht, einen Mangel unserer Natur erfüllt und Gott gewissermaßen bindet, so daß ein beständiger Beter erlangt, was immer er im Namen Christi erfleht. Aus dem Geist des Glaubens, der in unserem Geist empfangen ist, wird unser Geist dem Maß unseres Glaubens entsprechend gestärkt; so wie der Sehgeist im Auge des Blindgeborenen, vordem verdunkelt und schwach, durch den Geist des Glaubens an Christus geheilt und gestärkt wurde und das ihm früher Unsichtbare sah.