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Werk:Werk:Phaidon (Platon)/100

aus AufEinWort, der freien Forschung

—Übrstzng B.Z.

◀▷… [1] Vielleicht gleicht das nun in gewisser Weise nicht dem, womit ich es vergleiche; denn ich gebe keineswegs zu, daß der, der das Seiende in den Reden betrachtet, es eher in Bildern betrachtet als der, der dies in den Dingen tut. Vielmehr ging ich die Sache nun auf diese Weise an; und indem ich jedesmal die Rede zugrundelege, die ich für die stärkste halte, setze ich als wahr, was mir mit dieser übereinzustimmen scheint, sowohl in bezug auf Ursachen als auchi nbezug auf alles andere – was aber nicht, als nicht wahr.[2] Ich will dir aber deutlicher sagen, was ich meine. Denn ich glaube, du verstehst es jetzt noch nicht.

Nein, bei Zeus, sagte Kebes, nicht sehr!

[3] [4] Aber ich meine es so, gar nichts Neues, sondern was ich schon sonst immer und auch in der eben durchgeführten Rede nicht aufgehört habe zu sagen. Ich will also versuchen, dir die Art von Ursache aufzuzeigen, die ich herausgefunden habe, und ich komme wieder zu jenem Altbekannten zurück und fange bei ihm an, indem ich zugrundelege, es gebe etwas Schönes für sich und ein Gutes und Großes und so alles andere.[5] An diesem, wenn du mir zugibst und einräumst, daß es das gibt, hoffe ich dir die Ursache aufzuzeigen und ausfindig zu machen, daß die Seele unsterblich ist.

So beeile dich, es auszuführen, sagte Kebes, [6] als hätte ich es dir schon zugegeben.

Prüfe also, sprach er, was aus jenem folgt, ob es dir ebenso vorkommt wie mir. Denn mir scheint, wenn etwas anderes schön ist außer dem Schönen selbst, dies wegen nichts anderem schön zu sein, als weil es teilhat an jenem Schönen; und ebenso behaupte ich es von allem anderen. Räumst du diese Ursache ein?

Das tue ich, sprach er.

So verstehe ich denn, sagte er, die anderen hochgelehrten Ursachen nicht mehr und kann sie nicht einsehen; sondern wenn jemand mir sagt, [7] weswegen irgend etwas schön ist, entweder, jemand mir sagt, weswegen irgend etwas schön ist, entweder, weil es eine kräftige Farbe oder Gestalt oder sonst etwas in der Art hat, so lasse ich das – denn ich werde durch alles andere nur verwirrt –, das aber halte ich einfach und schlicht und vielleicht einfältig für mich selbst fest, daß nichts anderes es schön macht als jenes Schöne selbst, sei es seine Anwesenheit, sei es die Gemeinschaft mit ihm oder wie und auf welche Weise es ihm sonst zuteil wird. Denn darüber möchte ich nichts weiter behaupten, sondern nur, daß durch das Schöne alle schönen Dinge schön werden.[8] Das zu antworten, scheint mir nämlich das sicherste, für mich selbst und für ieden anderen; und wenn ich mich daran halte, glaube ich, [9] daß ich niemals straucheln werde, sondern daß es für mich und jeglichen anderen sicher ist zu antworten, daß durch das Schöne die schönen Dinge schön werden – oder scheint es dir nicht auch so?

Doch.

Und ferner durch Größe die großen Dinge groß und die grö- Beren größer und durch Kleinheit die kleineren kleiner?

Ja.▷

—Übrstzng F.S.

  1. ↑ [100.A]
  2. ↑
  3. ↑ 49.
  4. ↑ [B]
  5. ↑
  6. ↑ [C]
  7. ↑ [D]
  8. ↑
  9. ↑ [E]